aus Mitteln der Galerienförderung des bm:ukk 2009/2010/2011/2012
Die international ausgerichtete MAK-Sammlung Gegenwartskunst wird in ihrem Fokus auf ausgewählte österreichische Positionen maßgeblich aus Mitteln der Galerienförderung des bm:ukk Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur unterstützt. Seit 2009 konnten Werke u.a. von Josef Dabernig, Andreas Fogarasi oder Peter Friedl erworben werden.
Mathias Poledna
GK 632 Mathias Poledna, Double Old Fashion, 2009 16 mm, Farbe kein Sound 20 Min Edition 4/5 + 1AP
In seiner Installation Double Old Fashion lässt Mathias Poledna komplexe formale Beziehungen zwischen filmischer Narration und historischer Imagination aufscheinen. Seine Konzentration auf medium-spezifische Formalismen der Wiederholung, Bewegung und Reduktion intensiviert die ästhetische Konnotation des Dargestellten innerhalb medialer Bildwerdung. Polednas visuelle Sprache generiert sich dabei aus dem Spannungsverhältnis von Design, Kunst und Architektur innerhalb einer eigenwilligen ästhetischen Verdichtung. Zudem verwandelt er den Projektraum des Films in einen Resonanzraum, der eine neue Dimension erschließt.
Werner Feiersinger
GK 630 Werner Feiersinger, Ohne Titel (Le Corbusier, Unité dHabitation, Marseille), 2007 C-Print auf AluDibond®, gerahmt Edition 1/5 GK 631 Werner Feiersinger, Ohne Titel (Le Corbusier, Wand im Atelier, Paris), 2007 C-Print auf AluDibond®, gerahmt Edition 1/5
Besuche der Unité in Marseille habe ich immer genossen die spezifische Atmosphäre dieses Gebäudes mit den windigen Abenden und den Sonnenuntergängen auf dem Dach, mit den eigenartig modellierten Objekten aus Beton, welche die Konturen der Berge im Hintergrund nachzeichnen. Die Ansammlung dieser verschiedenen Objekte und Elemente auf dem Dach erzeugen eine unglaubliche theatralische Spannung. In meinen Bildern geht es mir vor allem um das Skulpturale und die Materialität sowie um eine Alltagswahrnehmung ohne Idealisierung. Werner Feiersinger
Rudi Stanzel
Rise/Fall, 2010 Eigens für den MAK-Tower entwickelte Rudi Stanzel eine Intervention, die auf die monolithische Form des ehemaligen Gefechtsturms Arenbergpark reagiert. In der Intention, die Struktur des Turms in seiner Vertikalität zu durchdringen, schuf der in der zentralen Treppenanlage eine monumentale und gleichsam membranartige, schwebende Skulptur aus einzelnen Aluminiumketten.
GK 319 Rudi Stanzel Rise/Fall, 2010 eloxiertes Aluminium Installation, 3400 x 90 x 45 cm
Andreas Fogarasi
Untitled (Wise Corners), 2010 Die marmornen Objekte zu Andreas Fogarasis Installation Untitled (Wise Corners) wurde 2006 für eine Ausstellung im Rudolph M. Schindlerhaus, Los Angeles geschaffen und generieren sich formal aus einem Dialog zu Architekturelementen des Raumes, wobei Fogarasi dabei gezielt die Materialsprache zitiert. Die Skulpturen fungieren als Träger für Fotografien, die Beispiele für Architekturen, die für Ausstellungszwecke gebaut wurden, zeigen. Form, Konzept und Thema bilden eine Einheit und ein dichtes Netzwerk von Assoziationen. Die Objekte wurden im Rahmen der MAK-Ausstellung Erschaute Bauten. Architektur im Spiegel zeitgenössischer Kunstfotografie (7.12.2011 22.4.2012) erworben.
GK 626 Andreas Fogarasi Untitled (Wise Corners), 2010 zehn Marmorskulpturen (Rosso Levanto) mit montierten Fotografien, zehn Fotografien für die Wand Skulpturen: je 148,5 x 110 x 34 cm, Fotografien: je 45 x 25 cm / 25 x 45 cm
Josef Dabernig
Ohne Titel, 1988 Mit der Präsentation 1 sculpture 2 versions analysierte Josef Dabernig den Ort des Kunstwerks als Idee. Dabei fokussierte er ein facettenreiches Wechselspiel zwischen der gegebenen symmetrischen Struktur der MAK-Säulenhalle und der rhythmischen Intervention durch ein modulares System. Die Installation Ohne Titel (1988/2010) aus 48 gekanteten Stahlblechen wurde aufeinander folgend in zwei eigens raumbezogen entwickelten Varianten präsentiert. Ursprünglich als vierwandige Blechkanäle nach dem Vorbild von Klimatechnik-Formteilen realisiert und in der Folge aus raumökonomischen Gründen zerlegt, entstand eine mobile und variable Skulptur, wobei die Präsentation in verschiedenen räumlichen Zusammenhängen zum Teil des formal-inhaltlichen Konzepts der Arbeit wurde. Im Gegensatz zu statischen Gebilden erschlossen sich die so erzeugten verschiedenen skulpturalen Modelle über Sequenzen möglicher szenografischer Rauminter-pretationen. In diesem Sinn wurde eine einzelne räumliche Situation in zwei Ausschnitte zerlegt und als Sequenz von aufeinander folgenden Tableaus präsentiert. Die unterschiedlichen Anordnungen der Bleche interpretierten in ihrer jeweiligen Logik das Verhältnis zur Architektur und verwiesen gleichzeitig auf den multiplen Einsatz ein und desselben skulpturalen Vokabulars.
GK 607 Josef Dabernig Ohne Titel, 1988 Stahlblech verzinkt 48-teilige Installation, Maße variabel
Hans Schabus
Astronaut, 2003 Hans Schabus setzt seine Arbeit Astronaut, die bisher am Dach der Wiener Secession und in Schabus' Atelier (2003) sowie in der Villa Manin Centro d´arte contemporanea in Codroipo bei Udine (2007/2008) installiert war, jeweils in Bezug zu spezifischen Kontexten und Besonderheiten von Räumen. Gewissermaßen kann das Schild insofern auch für den Künstler Hans Schabus selbst und dessen Arbeitsweise gelesen werden. Es nimmt immer wieder neue Orte ein und erkundet diese, um neue perzeptive Blickpunkte zu erzeugen. Im Falle des MAK-Gegenwartskunstdepots Gefechtsturms Arenbergpark steht die Arbeit mit der Innenseite der Außenmauer in Dialog. Das Schild wie auch der Ort unterlaufen eine Kontextverschiebung und eröffnen einen neuen Handlungsspielraum.
GK 595 Hans Schabus Astronaut, 2003 Aluminium, Holz, Betonziegel, Leuchtstofflampen, Kabel, diverses Befestigungsmaterial Installation 220 x 10000 x 100 cm
Jochen Traar
Art Protects You, 1996 Seit 1994 formuliert Jochen Traar seine künstlerische Tätigkeit unter dem Label Art Protects You. Seine für den öffentlichen Raum konzipierte Arbeit stellt die Stadterfahrung in Frage. Die Buchstabengruppe Art Protects You ist das Kernstück der Letter Trilogy, in der Jochen Traar in den Städten Los Angeles (1996), Wien (1997) und Venedig (1999) die Bewegungsdynamik der jeweiligen Stadt nachgezeichnet und charakterisiert hat. Im Rahmen des MAK-Schindler-Stipendiums 1996 wurden die roten Buchstaben auf den Ladeflächen von 14 Pickup-Trucks aufgestellt und durch den dichten Verkehr der innerstädtischen Freeways von Los Angeles geschickt. Die Buchstaben sind auf die vier Stockwerke der Ausstellungsflächen des MAK-Gegenwartskunstdepots verteilt und helfen die urbane Struktur des Ortes zu lesen.
GK 594 Jochen Traar Art Protects You, 1996 Sperrholz, Polyester, Lack, Rollen; 14 Buchstaben Installation je 255 x 180 x 50 cm
Peter Friedl
Neue Straßenverkehrsordnung, 2000 In Peter Friedls Arbeit Neue Straßenverkehrsordnung scheint ein Moment historischer Konstruktion in von kindlich anmutender Handschrift gezogener Neonschrift als Kunstmedium wieder auf. Die Arbeit bezieht sich auf ein frühes, im Gefängnis verfasstes, Schriftstück der RAF (Rote Arme Fraktion) aus dem Jahr 1971. Unter dem Titel Über den bewaffneten Kampf in Europa skizzierte der Autor darin Modelle und Möglichkeiten zur revolutionären Aktivität in westeuropäischen Städten und formulierte eine Art politisches Programm. Dieser Text zirkulierte unter dem Deckmantel Neue Straßenverkehrsordnung als raffinierte Anspielung auf die Macht von Strukturen und Ordnungen (der Titel bezog sich auf die neue Straßenverkehrsordnung, die im selben Jahr in Deutschland in Kraft trat). In Form einer Endlosschleife werden Botschaften transformiert und Umcodierungen transportiert, wie sie geschichtliche Momente und Monumente durch Kunst erfahren.
GK 696 Peter Friedl Neue Straßenverkehrsordnung, 2000 Neonröhren, Kabel, Transformatoren Neoninstallation 215 x 700 x 6 cm
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MAK-Sammlung
Sammlung Design
Kustode: Thomas Geisler
Die 2005 angelegte MAK-Sammlung Design vertritt ein breites Spektrum österreichischen Designschaffens. Dabei spannt sich der Designbegriff von industrieller Produktion über handwerkliche Fertigung bis hin zum künstlerischen Einzelstück und Prototypen, vom Gebrauchsgegenstand über Mode bis hin zu Grafik- und Mediengestaltung.
Das MAK besitzt eine umfangreiche Sammlung von Möbeln und Holzarbeiten, anhand derer sich die künstlerischen und stilistischen Tendenzen der Möbelgeschichte mit Fokus auf Österreich und Wien ebenso wie kulturhistorische und politische Entwicklungen der letzten 150 Jahre nachvollziehen lassen. Die Sammlung umfasst mehr als 4.600 Objekte, von kleinen Schnitzereien und zierlichen Kistchen bis hin zu massiven Schränken und ganzen Inneneinrichtungen.
Das MAK-Schulprogramm bietet für alle hier angeführten Schultypen, dem Alter entsprechend aufbereitet, Führungen, Workshops und Achtung, neu! das MAK-Schulservice an.