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MADE 4 YOU Fragestellungen

Gegliedert in sechs Alltagsthemen – Mobilität, Digital Konvergenz, Leben und Freizeit, Leben und Arbeit sowie Gesundheit und Überleben – geht MADE4YOU den Fragen nach:

Mobilität

Wie bewegen wir uns in Zukunft fort?

Weitgehende Mobilität ist – zumindest im wohlhabenden Norden – zu etwas Selbstverständlichem geworden: Wir fliegen in den Urlaub, fahren mit der U-Bahn zur Arbeit, mit dem Motorrad in die Natur und mit dem Auto sowieso überall hin. Dass wir uns dabei allzu lang auf fossile Brennstoffe und Verbrennungsmotoren verlassen haben, hat alarmierende Auswirkungen: globale Erwärmung mit verheerenden Folgen, Smog in den Metropolen, um nur die wichtigsten zu nennen.
Geht es darum, zukünftige Mobilität zu gestalten, muss der Fokus auf der Nutzung erneuerbarer Energien sowie der Entwicklung emissionsarmer Antriebsformen liegen, Stichwort: E-Mobility. Auch den Individualverkehr gilt es zu überdenken, denn noch mehr Autos werden die Metropolen kaum bewältigen können. Kleinere, sparsame Fahrzeuge und ein effektiver Ausbau öffentlicher Verkehrsnetze sowie neue Mobilitätskonzepte sind die Lösungsansätze. Im Konkreten gehört auch der demografische Wandel berücksichtigt: Mobilität muss etwa den Bedürfnissen der wachsenden Zahl älterer Menschen entsprechen. Da wir uns letztlich aber auch daran gewöhnt haben, dass Mobilität Spaß macht, sind Gestaltungsziele wie Komfort, das Erleben von Schnelligkeit und das Repräsentieren von Lifestyle beim Design für die Konsumdemokratie nach wie vor essenziell.

Digitale Konvergenz

Wie smart sind Technologien von morgen?

Wie tiefgreifend das World Wide Web mit all seinen Möglichkeiten in gerade einmal 20 Jahren unser Leben, Arbeiten und Lernen, die Art, wie wir kommunizieren, konsumieren und sozial agieren, verändert hat, ist schier unfassbar. Mit der Digitalisierung und Vernetzung wurden viele analoge Speicherund Trägermedien wie Papier und Buch, Tonträger oder analoges Fernsehen entweder obsolet oder bekamen zumindest harte digitale Konkurrenz.
Die von uns benutzten Endgeräte – Smartphone, Tablet-Computer etc. – werden dabei immer unspezifischer: Sie öffnen jedes File und jeden Link, können alles wiedergeben und bedienen jede Kommunikationsschnittstelle. Der digitale Code, mit dem sie operieren, ist nun Universalsprache für alle Inhalte, ob Bild, Sound oder Text. Die „Digitale Konvergenz“ – das Zusammenfließen all dieser Funktionen und Formate – zu gestalten ist zunehmend die Aufgabe von DesignerInnen, müssen Benutzeroberflächen und Schnittstellen (Interfaces) bei aller Multifunktionalität und Multimedialität doch sinnvoll und verständlich bleiben. Nicht zuletzt wird ein Gerät auf lange Sicht nur am Markt bestehen, wenn seine Benutzung nicht allein zielführend ist, sondern auch Freude macht.

Leben und Freizeit

Was bereitet uns weiterhin Freude?

Macht der Alltag Spaß, so liegt das nicht selten an seiner Produktkultur. Vor allem die Digitale Revolution hat uns mittlerweile Unterhaltungselektronik beschert, die so klein, handlich und mobil ist, dass wir unsere Lieblingsmusik überall hören oder Lieblingsmedien jederzeit konsumieren können – in der U-Bahn, beim Sport, auf der Reise.
Manchmal werden die KonsumentInnen sogar in eine virtuelle Realität entführt, wie es bei vielen Computerspielen der Fall ist. Beim Design für die Freizeit ist zudem die Ergonomie unerlässlich: Der Sportschuh muss die Bewegung optimal unterstützen und gleichzeitig Halt geben, beim Tragen eines Ohrhörers sollte der Sound im Vordergrund stehen und das Gerät kaum mehr zu spüren sein. Ob ein Produkt über die richtige Haptik verfügt, sich also richtig angreift und anfühlt, entscheiden schon Babys intuitiv – ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Gestaltung, der psychologisches Gespür der DesignerInnen voraussetzt und den Erfolg eines Produktes mitbestimmt. Da wir mit den Dingen des Alltags – über ihre Farbe, Form, Funktion, ihren Preis, die Marke etc. – auch Identität und Lebensstil konstruieren, erhält Design eine machtvolle Funktion im individuellen und kollektiven Streben nach Glück und Zufriedenheit.

Leben und Arbeit

Was erleichtert uns Arbeit und Alltag?

Zwar unterliegt auch unsere Freizeit heute zunehmend der Gestaltung und Optimierung, nach wie vor ist es aber der Bereich der Arbeit, in dem Effektivität, Schnelligkeit und reibungslose Abläufe im Vordergrund stehen. Sicheres, funktionales Werkzeug, optimale Arbeitsorganisation oder auch Maschinen, die menschliche Arbeit ersetzen, sorgen für eine Steigerung der Produktivität.
In der postfordistischen Arbeitswelt wird immer weniger körperlich gearbeitet, stattdessen sind wir immer mehr an Schreibtisch und Computer gebunden – die Gestaltung von Büroarbeitsplätzen, ihre Ergonomie und Beleuchtung spielen daher eine große Rolle. Da wir uns mit unserer Arbeit ein Stück weit verwirklichen, geht es aber auch im Arbeitsumfeld nicht nur um streng funktionale, sondern ebenso um emotionale Aspekte, um Stimmungen. So steigert ein freundlich gestaltetes Arbeitsumfeld, das etwa Farbigkeit, intelligente Raumgestaltung und Arbeitswerkzeuge einführt, deren Bedienung Freude macht, die Arbeitszufriedenheit. Zufriedenheit aber hält die Menschen erwiesenermaßen nicht nur gesund, sondern steigert über diesen positiven Weg wieder die Produktivität – was selbstredend auch für Arbeiten im Haushalt gilt!

Gesundheit

Wie schaffen wir Gesundheitssystemefür alle?

Medizinische Wissenschaft und Forschung haben in Verbindungmit neuen Technologien die Produkte im Gesundheitswesen revolutioniert. So führte die Computersimulation bionischer Prinzipien zur Entwicklung neuartiger Prothesen; mobile, digitale und mit Sensorik ausgestattete Geräte erlauben die Therapie zu Hause und emanzipieren PatientInnen von der Klinik; Avatare (virtuelle Personen) leiten per Bildschirm bei der Rehabilitation oder bei Fitnessübungen an.
Neben der Verbesserung der medizinischen Versorgung stehen bei der Entwicklung neuer Produkte zusehends die ökonomischen, ökologischen und sozialen Komponenten des Gesundheitssystems im Blick. Im Sinne einer patientenzentrierten Medizin haben technische und Design-Innovationen daher zum Ziel, den spezifischen Bedürfnissen unterschiedlicher Gruppen – sei es die rapide steigende Zahl älterer Menschen, seien es Menschen mit Behinderungen verschiedenster Art – gerecht zu werden. Das bedeutet für Designer- Innen, dass sie sich mit diesen Bedürfnissen intensiv auseinandersetzen müssen. Bei der Gestaltung der Produkte stehen aber auch Prävention, Vorsorge und nicht zuletzt der Erhalt von möglichst viel Lebensqualität, auch in der Krankheit, im Fokus.

Überleben

Was sichert unser (Über)leben?

Effektive Lawinensuchgeräte und taugliche Werkzeuge für den Erste-Hilfe-Koffer können sich im Notfall für Einzelne als lebensrettend erweisen – sie sind aber auch „Design fürs Überleben“. Bezogen auf die gesamte Weltbevölkerung hat das Thema Überleben noch größere und vor allem längerfristige Dimensionen: 8,1 Milliarden Menschen werden laut Club of Rome im Jahr 2040 auf der Erde leben, und das bei knapper werdenden Ressourcen.
Da diese Ressourcen ungleich verteilt sind, muss technische und Design-Innovation immer wieder dort ansetzen, wo es tatsächlich ums nackte Überleben geht: in Entwicklungs- und Schwellenländern. Wollen DesignerInnen passende Produkte und Strategien für die Linderung von Not entwickeln, ist vor allem die Betrachtung spezifischer Lebensumstände und lokaler Bedingungen von Bedeutung. Für die wohlhabenden Länder wiederum gilt es, rasch effektive Konzepte für nachhaltiges, ressourcenschonendes Leben und Wirtschaften zu erarbeiten – wie etwa jenes der „Smart City“. Nicht zuletzt muss es aber auch um eine globale Umverteilung gehen: Die gegenwärtigen Hungersnöte und die Klimakatastrophe betreffen uns alle, auch wenn andere sie zuerst zu spüren bekommen.












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