Blick in den Salon


Hubert Schmalix, Der Vater weist dem Kind den Weg.
1996, Betonskulptur auf Sichtbetonsockel


James Turrell, Skyspace
"The other Horizon" (1998/2004)

MAK-Expositur GEYMÜLLERSCHLÖSSEL
Vergangenheit und Gegenwart im Dialog

Das Geymüllerschlössel in Pötzleinsdorf, einem der Außenbezirke Wiens, wurde nach 1808 im Auftrag des Wiener Handelsherrn und Bankiers Johann Jakob Geymüller (1760–1834) als "Sommergebäude" errichtet. Das Gebäude zeigt in seiner Architektursprache die damals vor allem für Lustgebäude übliche Mischung von gotischen, indischen und arabischen Stilelementen. Der Name des Architekten ist bis heute unbekannt. Das Schlössel erwarb 1888 der Textilindustrielle Isidor Mautner, der es 1929 an die Oesterreichische Nationalbank verpfändete. Mit dem so genannten Anschluss im März 1938 verloren die Erben des 1930 verstorbenen Isidor Mautner als Juden sämtliche Bürgerrechte und flohen vor den Verfolgungen durch das NS-Regime. Die nach wie vor auf dem Geymüllerschlössel lastende Hypothek ging auf die Deutsche Reichsbank über, die das Gebäude 1944 als Ausgleich für ihre Forderungen übernahm. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wechselte das Eigentumsrecht zur Oesterreichischen Nationalbank, die das Geymüllerschlössel 1948 an die Republik Österreich verkaufte. Der Kaufpreis wurde von Dr. Franz Sobek bezahlt, der dafür lebenslanges Wohnrecht im Schlössel erhielt und in den folgenden Jahren die Renovierung des Gebäudes leitete. 1965 galt die Republik Dr. Sobek dessen Rechte am Geymüllerschlössel ab, das Gebäude wurde in der Folge als Außenstelle dem MAK angegliedert. Gleichzeitig mit dem Gebäude kam die bedeutende Sammlung von Dr. Franz Sobek – Altwiener Uhren (160 Stück), zwischen 1760 und der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden – und Mobiliar aus den Jahren 1800–1840 in den Besitz des MAK. Durch Empire- und Biedermeiermöbel aus der Möbelsammlung des MAK ergänzt, stellt sie eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Geymüllerschlössels dar.
Renovierungen Ende der 1980er Jahre versetzten die Fassade und Teile der Ausmalung der Innenräume wieder in den Originalzustand.
Durch die darauf folgende Neuaufstellung von Einrichtung und Uhren in den Räumen des Schlössels gelingt es bis heute, dem Besucher die Idee eines Empire- und Biedermeiersommersitzes zu vermitteln.
Großes Augenmerk wurde bei der Instandsetzung auch der textilen Ausstattung des Gebäudes und der Tapezierung der Möbel geschenkt, sodass das Geymüllerschlössel heute der einzige Ort in Österreich ist, an dem sich ein originalgetreuer Einblick in die Vielfalt biedermeierlicher textiler Ausstattungskunst bietet.

Das Geymüller-Ensemble präsentiert sich als Gesamtkunstwerk, in dem Natur und Kunst, aber auch historische und zeitgenössische Positionen in Dialog treten: Seit 1997 wurde Hubert Schmalix’ Skulptur „Der Vater weist dem Kind den Weg“ (1996) im Park der Anlage aufgestellt und im Herbst 2004 der Skyspace „The other Horizon“ (1998/2004) des amerikanischen Künstlers James Turrell permanent im Park des Geymüllerschlössels errichtet.


Geöffnet
Mai bis November
jeden Samstag und Sonntag
11.00 bis 18.00 Uhr

Öffnung des Parks
Mai bis August jeden ersten Sonntag im Monat bis 21.00 Uhr

Führungen
Mai bis November
jeden Samstag und Sonntag
15.00 Uhr

Ausstellung 2012
> MICHAEL ANASTASSIADES:
TIME AND AGAIN
MAK-Design Salon #01

06.05.–25.11.2012 [>>]


Information, Anfragen
Tel. (+43-1) 711 36-231 oder [marketing@MAK.at]

James Turrell
[Skyspace: "The other Horizon"]

im Park der MAK-Expositur Geymüllerschlössel


MAK-Expositur Geymüllerschlössel
Khevenhüllerstraße 2
Besuchereingang: Pötzleinsdorferstraße 102, Wien 18
Telefon (+43-1) 479 31 39
- Parkplätze
- kein barrierefreier Zugang

Eintritt
€ 9,90 mit MAK-Guide, € 7,90,
€ 5,50 ermäßigt, oder
MAK-Eintrittskarte vom selben Tag.
Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 19.
Im Eintrittspreis ist die Teilnahme an einer Führung inbegriffen.

Die Eintrittskarte berechtigt auch zum Besuch des MAK sowie des MAK-Gegenwartskunstdepots Gefechtsturm Arenbergpark am selben Tag.

Verkehrsverbindung
U2 Schottentor, dann Straßenbahnlinie 41 bis Pötzleinsdorf (Endstation), dann Buslinie 41 A bis Khevenhüllerstraße (eine Station)