| 2 x 100 BESTE PLAKATE im MAK |
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| Ausstellungsansicht "2 x 100 BESTE PLAKATE im MAK", 25.11.2009-10.1.2010 |
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Jahrhundertwende, wie Secession oder Hagenbund, sowie die nachfolgenden avantgardistischen Strömungen der Kunstschau(en) von 1908 und 1909 vor allem als künstlerisches Manifest zu verstehen, als Träger der künstlerischen Aussage. Geprägt wurde der Wandel in der Plakatgestaltung einerseits von der Faszination der Künstler für den japanischen Farbholzschnitt, andererseits von der dogmatischen Forderung des damaligen Professors für ornamentale Schrift und Heraldik an der Kunstgewerbeschule, Rudolf von Larisch, nach Homogenität von Typografie und Illustration. Auch die ablehnende Haltung der Reformkünstler gegen den vorherrschenden Akademismus der „Gesellschaft bildender Künstler Künstlerhaus“ und dessen rückwärtsgewandte Ausstellungspolitik spiegelt sich in den Arbeiten. Durch den Willen zum Experiment mit Form, Farbe und Format bildeten die Plakate in Gestaltung und Wirkung eine erfolgreiche Kontraposition im öffentlichen Raum.![]() Nach dem Ersten Weltkrieg kam es, durch den Beginn der Entwicklung zu einer modernen Konsum- gesellschaft, zur Ausformung eines eigenen |
Somit bietet das MAK eine Plattform für spannende aktuelle Gestaltungskonzepte im wohl brisantesten Bereich der Gebrauchsgrafik und unterstreicht damit seinen Anspruch, sich als Zentrum des Grafikdesigns in Österreich zu positionieren. Unter dem Vorsitz von Bastien Aubry und Dimitri Broquard (Grafikdesigner, Zürich) mussten die Jurymitglieder Cordula Alessandri (Grafikdesignerin, Wien), Georg Barber (Grafikdesigner und Illustrator, Berlin), Anita Kühnel (Kunsthistorikerin, Berlin) und Christian Lagé (Grafikdesigner, Berlin) heuer aus insgesamt 1.521 eingereichten Einzelplakaten auswählen. Nach Ländern verteilen sich die 100 Preisträger-Plakate auf 56 Plakate aus Deutschland, 39 aus der Schweiz und 5 aus Österreich. Für Österreich gewannen das Team der Werbeagentur Euro RSCG Vienna mit der Vermarktung eines ![]() |
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| Berufsstandes des Gebrauchsgrafikers. Julius Klinger und Joseph Binder gaben in dieser Zeit die Gestaltungsprinzipien des „Sachplakates“ vor und wurden somit zu Apologeten für das Grafikdesign in Österreich. Die in den 1980er Jahren von Amerika ausgehende Entwicklung moderner Werbestrategien unter Ausnutzung der Massenpsychologie und der Einbeziehung neuer Maßzahlen wie „Impact“- und „Recall“-Faktoren griff auch nach Österreich über. Sie behinderte die Ausprägung einer eigenständigen kreativen Plakatkultur, die sich heute fast nur noch in kleinen Design-Studios oder bei einzelnen Grafikerpersönlichkeiten wiederfindet. Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählt ein bisher unbekanntes Plakat von Egon Schiele aus dem Jahr 1913, das die erste Einzelausstellung Schieles außerhalb Österreichs dokumentiert. Das Plakat wurde nach einer bis heute ver- schollenen Bleistift- zeichnung von 1911 mit dem Titel „Der Kuss“ für die Münchner Galerie Goltz angefertigt.Ein vom jungen Oskar Kokoschka gestaltetes Plakat für die Aufführung zweier selbstverfasster Theaterstücke auf der „Kunstschau 1909“ war so expressiv, dass es einen „optischen Skandal“ auslöste. Friedrich Kiesler gestaltete 1924 zwei Plakate für das „Musik- und Theaterfest der Stadt Wien“, die erstmals in Österreich eine Resonanz auf die Bauhausbewegung in Weimar aufweisen. Durch die Abstraktion der Typografie auf geometrische Grundformen erhalten Kieslers Plakate Signalwirkung. Originalexponate belegen zudem die Rolle des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie (heute MAK) an der Schnittstelle von bildender und angewandter Kunst, etwa Erika Giovanna Kliens Entwurf zu einem Plakat für die „Internationale Ausstellung moderner Künstlerischer Schrift“ (1926), der einen Blick auf den Wiener Kinetismus eröffnet, oder die von Joseph Binder gestaltete Ankündigung der Ausstellung „Das österreichische Plakat“ (1929). Plakate von Kurt Paul Schwarz, Wilhelm Jaruska, Alfred Proksch, Tino Erben, Gunter Damisch, Arnulf Rainer, Peter Felder, Reinhard Gassner, Cordula Alessandri, Andrea Redolfi, Christof Nardin oder Otto Mittmannsgruber/Martin Strauß beleuchten die rasante Entwicklung, die das „Graphic Design“ von 1945 bis heute durchlaufen hat. Der wissenschaftliche Fokus der MAK-Bibliothek und Kunstblättersammlung liegt derzeit auf der Systematisierung, Aufarbeitung und Online-Veröffentlichung sämtlicher im MAK befindlichen Objekte der „Sammlung Gebrauchsgrafik“. Ermöglicht wird dieses Projekt durch die großzügige Unterstützung des „Legats Joseph und Carla Binder“. |
Aktenvernichters, Günter Eder, Roman Breier und Marcel Neundörfer mit einem Plakat für eine Küche, die Werbeagentur CCP, Heye mit einem Werbesujet für McDonald’s, ein von Markus Riedler gestaltetes Plakat, das im Rahmen eines Projektauftrags der Klasse Oliver Kartak von der Universität für angewandte Kunst Wien für die Lebenshilfe Berlin entstand, sowie die Ankündigung für die Bewerbung der Kulturhauptstadt Europas „Linz 2009“ von Buchegger, Denoth, Feichtner / Haslinger, Keck. Das Ausstellungskonzept entstand im Rahmen eines interdisziplinären Studentenprojekts der Fachhochschule Potsdam unter Leitung von Nauka Kirschner und Hermann Weizenegger. Die Plakate werden in Form von tragbaren Transparenten präsentiert, die in der Tradition der für Demonstrationen typischen „Lollipops“ stehen. Damit wird der beabsichtigte appellierende Gestus dynamisch in die Ausstellungsarchitektur übertragen. Mit Nachdruck soll so auf den Vorzeigecharakter der Plakate verwiesen werden. Katalog zur Ausstellung "100 Beste Plakate 08. Deutschland Österreich Schweiz", herausgegeben von 100 Beste Plakate e.V., deutsch/englisch, 256 Seiten, Verlag Hermann Schmidt, Mainz 2008, € 34,80. Erhältlich im MAK Design Shop. Ausstellungsgestaltung: Sebastian Callens, Ulla Egelhof, Marius Farwig, Anja Fischer, Benedikt Gnadt, Ferdi Hansen, Nico Kaeding, Nora Kihm, Frank Michels, Johannes Schroth, Golo Schmeh, René Wach Ausstellungsgrafik: Daniel Gauggel, Valeria Gordeew (UdK), Ricarda Holz, Juliane Lindner, Kinga Lipowicz, Nadine Patzig, Amelie Roth, Karolina Rypniewski, Kristin Sauerbrey, Lasse Wolf unter der Leitung von Nauka Kirschner und Hermann Weizenegger
Kurator: Peter Klinger, MAK-Bibliothek und Kunstblättersammlung Ausstellungsorganisation: Sabrina Handler Dauer der Ausstellung: 25.11.200910.01.2010 |
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