KOCHEN

Kochen, das Garen und Zubereiten von Lebensmitteln, ist eine der ältesten Kulturtechniken des Menschen. In der Küche verwandelt sich „Natur“ in „Kultur“, wie der Ethnologe Claude Lévi-Strauss in seiner Studie von 1964 Das Rohe und das Gekochte ausführt. Während in der Natur Rohes zu Verfaultem wird, lässt sich das Gekochte als eine Leistung menschlicher Kultur beschreiben.

Der Ort, wo Speisen zubereitet und oft auch gelagert werden, ist die Küche. Zumeist befindet sie sich innerhalb menschlicher Behausungen, stets drücken sich Wohnformen und Gesellschaftsstrukturen in ihr aus.

Die Präsentation des MAK DESIGN LABOR stellt Fragen:
Was macht eine Küche aus? Wie viel Raum benötigt sie? Was gehört zu einer Küche? Welche Möbel sind unentbehrlich? Und: Wie mobil kann eine Küche sein?

Einfache und bewegliche Lösungen finden heute besondere Aufmerksamkeit. Herde aus Südostasien und Afrika, Leihgaben des Weltmuseums Wien, lassen sich zu neuen Designideen (Low Smoke Chulha Cooking Stove von Philips, Solarkocher der Sun and Ice GmbH) in Bezug setzen.

Ein mobiles Küchenrestaurant aus Hanoi (Vietnam) und die Mobile Gastfreundschaft des Designduos chmara.rosinke zeigen, dass Bewirtung nicht ortsgebunden sein muss und Küche Menschen zusammenführen kann. Das Kochen als soziales Event regt mehr und mehr Designideen an, die als „Social Design“ über die bloße Objektgestaltung hinausgehen.

Josef Hoffmann: Kredenz für die Küche von Paul Wittgensteins Landhaus „Bergerhöhe“, Wien, 1899
Einblicke
1394792616643
false

Josef Hoffmann

Kredenz für die Küche von Paul Wittgensteins Landhaus „Bergerhöhe“, Wien, 1899