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„Wer schreibt, der bleibt“, sagt das Sprichwort, „und wer deutlich schreibt, hinterlässt mehr Eindruck.“ Die europäische Geschichte der Schrift lässt sich anhand der reichen Sammlung des Museums fast lückenlos erzählen. Sie reicht von Handschriften mittelalterlicher Klöster bis zu Druckwerken für weite Bevölkerungskreise.

Die durch die Erfindung des Buchdrucks ermöglichte Massenproduktion regt die Entwicklung gut lesbarer Schrifttypen an. Neben der an frühen Handschriften angelehnten Fraktur beherrscht Antiqua, eine Schrift von großer Klarheit, den deutschen Sprachraum. Die Typografie (Gestaltung von Schriften) wird seit der Renaissance in verschiedenen Ländern Europas vorangetrieben.

Eine besondere Sichtbarkeit gewinnt Schrift auf dem Plakat, das seit dem 19. Jahrhundert rasch an Bedeutung gewinnt. Nach Anfängen im Nahbereich bildender Kunst werden Plakate ab etwa 1900 zur Bühne für Handelswaren. Im 20. Jahrhundert erweitern sich die Möglichkeiten, durch Schrift neue Inhalte zu vermitteln, im Bereich der Grafik ebenso wie in Erscheinungsformen der Kunst.

Die Ende des 20. Jahrhunderts einsetzende Digitalisierung kommt in ihrer Tragweite der Erfindung des Buchdrucks in der Mitte des 15. Jahrhunderts gleich. Schrift findet heute auf Bildschirmen, Tablet-Computern und E-Books Verwendung und stellt die Typografie vor völlig neue Herausforderungen.
Stefan Sagmeister: Plakat, AIGA Detroit & Cranbrook Academy of Art. Thursday, Feb. 25, 1999. De Salle Auditorium at Cranbrook, 1999
Einblicke
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Wohin führt uns die... ?
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Stefan Sagmeister

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