Projekt

Mobile Gastfreundschaft

chmara.rosinke, MAK-Designer-in-Residence 2013

chmara.rosinke (Maciej Chmara & Ania Rosinke)
Mobile Gastfreundschaft (Black Edition)
Geflämmte Fichte, Küchen-Utensilien, 2012

Das DesignerInnen-Duo chmara.rosinke war mit seiner mobilen Küche bereits in Europa unterwegs und bekochte an öffentlichen Plätzen vorbeikommende PassantInnen. Mobile Gastfreundschaft provoziert spontane Begegnungen in einer sonst distanzierten Umgebung und spielt mit neuen Formen der Aneignung im urbanen Raum. Das öffentliche „Guerilla-Kochen“ ist eine konsequente Verquickung der boomenden Food Culture und des Urban Gardening als soziale Praktik. Das Objekt, bewusst in einer zur Nachahmung einladenden Do-It-Yourself-Ästhetik ausgeführt, verkörpert die stärker werdende Suche nach einer alternativen Konsumkultur, die die soziale Befriedigung vor das Materielle stellt. Design kommt dabei eine neue Rolle in der Gestaltung von Abläufen zu und propagiert die Befreiung vom Produkt-Fetisch.

Die Intervention von chmara.rosinke, den MAK-DesignerInnen-in-Residence 2013, im MAK DESIGN SPACE ist Vorbote der Ausstellung NOMADIC FURNITURE 3.0. Neues befreites Wohnen (MAK-Ausstellungshalle, 12.6.–6.10.2013). Diese nimmt die verstärkte Nachfrage nach DIY-Anleitungen für Möbel und Einrichtungsgegenstände zum Anlass, um die Ursprünge dieser Bewegung zu erkunden und bis in die Gegenwart zu verfolgen. Die Publikationen Nomadic Furniture 1 und 2 von James Hennessey und Victor Papanek (1973 und 1974) sind dabei wertvolle Referenzen. An der Schnittstelle von Entwurf, Herstellung und Anwendung gelegen, wird dieser kollektive Gestaltungsansatz als alternative Design- und Produktionsstrategie untersucht, der einen neuen Wohnstil mit sich bringt.

Das Projekt Mobile Gastfreundschaft widmet sich einem wichtigen Aspekt der Designarbeit von chmara.rosinke: der Verantwortung und Eigeninitiative im öffentlichen Raum. „Die Stadt als Raum spielt eine schwierige Rolle. Einerseits gehört dieser Raum niemandem, andererseits gehört er allen, wird aber kaum aktiv von uns genutzt, so wie es früher einmal war. Er ist zum Hintergrund unserer alltäglichen Aktivitäten geschrumpft. Die Verantwortung für den Außenraum endet für die meisten BewohnerInnen am eigenen Gartenzaun. Das Projekt Mobile Gastfreundschaft beginnt genau hier,“ erklären die  MAK-Designers-in-Residence 2013, Ania Rosinke und Maciej Chmara.

Mobile Gastfreundschaft/chmara.rosinke