SICHTWECHSEL reflektiert das MAK als Ort gegenwärtiger künstlerischer Produktion und gibt Anlass, angewandte Kunst und deren Vermittlung aus unterschiedlichen und neuen Perspektiven zu denken. In dieser Ausstellungsreihe setzen sich vier in Wien lebende und arbeitende KünstlerInnen der jüngeren Generation konkret mit der MAK-Studiensammlung auseinander. Benjamin Hirte eröffnete die Reihe mit seiner Installation the classic mob ballet, in der er auf Präsentationsformen und Vermittlungsstrategien reagierte.In einem konzeptuellen Setting geht Kathi Hofer in ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung craftivism auf Konfrontationskurs zum Kreativitäts- und Genialitätsdruck, dem junge KünstlerInnen ausgesetzt sind. In ihrer raumgreifenden Installation in der MAK-Galerie integriert sie Objekte der MAK-Sammlung in ein dekoratives Ambiente und lenkt die Aufmerksamkeit auf die ausführende Tätigkeit. Sie greift wissenschaftliche Kenntnisse und Ideen der MAK-KustodInnen und KuratorInnen auf und nutzt die angebotenen handwerklichen Fertigkeiten von MAK-MitarbeiterInnen. Kathi Hofer nimmt sich dabei als Künstlerin zurück und versteht sich in dieser Präsentation als an der Oberfläche kosmetisch agierend. Daher konzentriert sie sich weitgehend auf kleinteilige Handarbeit sowie auf die stimmige Gestaltung des Ausstellungsraumes.Mit eigens von einem MAK-Tischler für Kathi Hofer angefertigten Objekten, die sie nach Ende der Ausstellung in ihrer Wohnung nutzen wird, thematisiert die Künstlerin das Phänomen des Sich-Einrichtens eines Raumes für Freizeit und Muße und stellt sich damit gegen die professionalisierte Form einer künstlerischen Selbstverwirklichung. So kauft sie nach dem Vorbild des Design-Klassikers Superleggera von Gio Ponti (Modell 699), den sie in der Studiensammlung Sitzmöbel findet, billig kopierte Stühle, die sie dem Original annähert, und reproduziert Blätter aus der MAK-Kunstblättersammlung als Poster.Hofer bezieht sich dabei auch auf eine Gründungsidee des MAK, die Vorbildersammlung, die sie für den eigenen Gebrach interpretiert.In der Auseinandersetzung mit Entstehungsprozessen von Objekten lotet sie die handwerkliche Tätigkeit im Verhältnis zu kommerzialisierter Kreativität aus. In diesem Zusammenhang interessieren die Künstlerin die Rollen der Ausführenden HandwerkerInnen, ProduzentInnen, auch FälscherInnen ohne ausgewiesene Autorenschaft. Ihr spezifisches Interesse daran kommt ebenfalls in einem Künstlerbuch zum Tragen, das sie in Zusammenarbeit mit der Buchbinderin des MAK in einer Auflage von zehn handgebunden Exemplaren erstellt. Eine Auflage von weiteren 400 maschinell gebundenen Stück sind im MAK Design Shop erhältlich.Die für die Reihe SICHTWECHSEL entwickelten Installationen und Strategien werden als partizipativer Beitrag in den Diskurs um die MAK-Studiensammlung, die ab 2014 neu eröffnet wird, eingebunden. 2013 sind weitere Einzelausstellungen mit Kerstin von Gabain und Verena Dengler geplant.Kuratorin Janina Falkner, MAK-Sammlung GegenwartskunstKünstlerbuch zur Ausstellung erhältlich im MAK Design ShopAusstellungsgespräch
mit Künstlerin und KuratorinDi, 15.1.2013, 18:00 UhrWorkshops für Kinder und SchülerInnen
Gegen Vereinbarung werden während der Dauer der Ausstellung Workshops für Kinder und SchülerInnen von 4 bis 16 Jahren gemeinsam mit der Künstlerin und der Kuratorin zum Thema umfunktionierung aus etwas etwas anderes machen angeboten.Anmeldung und Information: Gabriele Fabiankowitsch, Leitung MAK-Bildungsprogramm und Führungen, T +43 1 711 36-298, Öffnungszeiten
Di 10:0022:00 Uhr
MiSo 10:0018:00 Uhr
Mo geschlossen
Jeden Dienstag 18:0022:00 Uhr Eintritt frei
Eintritt
7,90 / ermäßigt 5,50
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre
Jeden Dienstag 18:0022:00 Uhr Eintritt frei
Familienkarte 11
(2 Erwachsene + mind. 1 Kind bis zum 14. Lebensjahr)
Führungen
MAK TOURS
Rundgänge durch das MAK:
Sa 11:00 Uhr deutsch, So 12:00 Uhr englisch und Themenführungen
2 Führungsbeitrag pro Person, außer Kinder bis 6 Jahre
Sonderführungen
nach Voranmeldung
Gabriele Fabiankowitsch, Leitung Bildungsprogramm und Führungen
T +43 1 711 36-298
(MoFr 10:0016:00 Uhr),
Barrierefreier Zutritt
Lift, Behinderten-WC beim Eingang Weiskirchnerstraße 3
