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DAS GROSSE WIENER KAFFEEHAUS-EXPERIMENT

Phase I *
Mi, 02.03.2011–So, 21.08.2011

Die Melange aus Kaffee und Milch ist eine Wiener Erfindung, das Kaffeehaus lieferte neue Variationen und den weltweiten Export. Der Zeitungshalter ist das Relikt einer kostengünstigen Allgemeinbildung und Zugang zur Welt - lange vor Fernsehen und Internet. Am Kaffeehaustisch wurde Literatur, Musik und Politik gemacht, gespielt und gehandelt, als das multifunktionale Möbel noch nicht existierte. Als Ort bietet das Kaffeehaus Reisenden und Getriebenen gleichermaßen ein Zuhause. Ausstattung und Besucher des Kaffeehauses geben Auskunft über lokale Moden und Stile oder mixen diese als globale Trends von morgen.

Eine Work-in-Progress-Ausstellung eröffnet das Forschungsprojekt mit Aspekten zum Wiener Kaffeehaus. Julia Landsiedl [www.jeplus.at]
, MAK Designer-in-Residence 2011, beobachtet und interviewt die Kaffeehausszene, sammelt Anschauungsbeispiele und durchforstet die MAK-Sammlung nach Artefakten. Eine kognitiv erstellte und kommentierte Collage, eine Art dreidimensionale Mind-Map aus historischen und aktuellen Zeichnungen, Plakaten, Fotografien und Objekten zur Kaffeehauskultur, bietet ein erstes Screening der Thematik und steckt mögliche Forschungsfragen und Gestaltungsaufgaben ab. Sie dient den von Gregor Eichinger konzipierten, parallel stattfin- denden Labormodulen als Impuls und Recherche-Kit und wird im Laufe des Projekts durch diese ergänzt. Zudem fungiert sie als Ausgangspunkt für weitere Explorationen im MAK und im Stadtraum.

Die Workshops richten sich insbesondere an interdisziplinär
arbeitende Interessierte aus den Bereichen Architektur, Design und bildende Kunst.
Bewerbung für die Teilnahme mit digitalem Portfolio an

bis 25. Februar 2011 (MAK Design Lab.01), 29. April 2011 (MAK Design Lab.02), 3. Juni 2011 (MAK Design Lab.03). Eine Benachrichtigung über die Aufnahme erfolgt bis spätestens eine Woche vor Beginn, max. 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Forschungsregie Gregor Eichinger
Projektleitung Thomas Geisler, MAK-Kustode Design
MAK Designer-in-Residence 2011 Julia Landsiedl



"Kaffeehäuser sind wie Taschen der Öffentlichkeit, in denen Raum und Zeit konsumiert werden, aber nur der Kaffee taucht auf der Rechnung auf." Gregor Eichinger

DAS KAFFEEHAUS DER ZUKUNFT
Unter der Forschungsregie des Architekten und Designers Gregor Eichinger soll Das Große Wiener Kaffeehaus-Experiment neue Ansätze für diesen speziellen Ort Wiener Prägung liefern, die einer sich in Veränderung befindlichen urbanen Lebenskultur Rechnung tragen und zugleich Design in seiner künstlerisch-wissenschaft-lichen Herangehensweise als angewandtes Forschungstool erproben.

Als wichtiger kultureller und sozialer Knotenpunkt einer Stadt wird das Kaffeehaus hinsichtlich seiner Möglichkeiten im 21. Jahrhundert durchleuchtet. Als Transitort zwischen privat und öffentlich, Freizeit und Beruf, zwischen Kommunikation, Kontemplation und dem Angebot zur analogen oder digitalen Begegnung bietet es mehr Potentiale als die Reduktion auf Konsum und Nostalgie. Ob als Gesamtkunstwerk oder offenes System - mit all seinen Bestandteilen vom Ober über den Gast bis zum Wasserglas eröffnet es Spielräume für Kreativität.

Das in Modulen aus Lectures, Workshops, Research- und Work-in-Progress-Präsentationen aufgebaute Forschungsprojekt kann im MAK DESIGN SPACE als öffentlich zugängliches Designlabor mitverfolgt werden. In den Workshops werden Ansätze und Ideen für das Kaffeehaus der Zukunft entwickelt. Höhepunkt wird Die Versuchsanordnung, eine modellhafte Umsetzung der besten Entwürfe für einen Testbetrieb im MAK.

[mehr zur Ausstellung]


MAK DESIGN LAB.03
ANDREA BRANZI,

Mailand
Workshop (auf Englisch)

(nur nach Aufnahmezusage):
Mi/Do 15./16. Juni
Präsentation: Do/Fr 7./8. Juli

Andrea Branzi gehört der italienischen 1968er- Generation
von Architekten an, die Design radikal anders interpretieren und neue Modelle des Zusammen- lebens entwerfen. An Stelle der vorherrschenden Politik und Ökonomie des Funktionalismus treten gestalterische Lösungen der Autonomie. Kontinuierlich arbeitet Branzi als Praktiker und Theoretiker an der Implementierung dieser Denkweise in unterschiedlichste Designprozesse. Ist das Kaffeehaus von morgen eine Utopie oder eignet es sich zur Erprobung gesellschafts-relevanter Strategien im Design?
[www.andreabranzi.it]



MAK Design Lab.02
ANTENNA DESIGN,

New York

Lecture: Di, 10. Mai
Workshop: Mi/Do
11./12. Mai
Präsentation: Do/Fr 2./3. Juni.


Interface-Design und Hardware für den öffentlichen und privaten Bereich ist ein Fokus von Sigi Möslinger und Masamichi Udagawa. Ihre U-Bahn-Waggons und Ticketschalter für die New Yorker MTA, Informationssysteme und Screens für den Aktienhandel oder ihr kompletter Selbstbedienungs- kiosk für McDonald's zeigen die immense Bedeutung von Design an der Schnittstelle von Mensch und Maschine, aber auch die Notwendigkeit, den User nicht außer Acht zu lassen. Auch das Kaffeehaus ist ein komplexes System aus sozialen Bedürfnissen, Serviceleistungen und Gebrauchsgegenständen, die zusehends der Digitalisierung unterworfen werden.
[www.antennadesign.com]



MAK Design Lab.01
RAUMLABORBERLIN,

Berlin
Lecture: Di, 8. März
Workshop: Mi/Do 9./10. März
Präsentation: Do/Fr 28./29. April



Öffentliche Präsentation der Ergebnisse aus dem Workshop. Zu sehen sind Entwürfe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Design, Architektur und Kunst, die zum Teil in Gruppenarbeit entstanden sind und sich mit der Zukunft des Kaffeehauses beschäftigen.

raumlaborberlin, die interdisziplinär arbeitende Gruppe aus Architekten und Urbanisten mit Basis Berlin befasst sich weltweit mit dem öffentlichen Raum, Städten in Transformation und den Grenzen von öffentlich und privat. Ob mit temporären Opernhäusern, mobilen Küchenmonumenten oder dem zur 12. Architektur-Biennale in Venedig durchgeführten "Generator"- Projekt, raumlaborberlin forscht nach zeitgemäßen Lösungen für die urbane Infrastruktur, zu der das Kaffeehaus zweifellos zählt.
[www.raumlabor.net]

 



PHASE II
Ausstellung
05.10.-13.11.2011
MAK DESIGN SPACE

DIE VERSUCHSANORDNUNG
05.-16.10.2011
MAK-Säulenhalle


Das Forschungsprojekt wird in einem Buch dokumentiert.



*) Im Rahmen von
design> neue strategien. eine Kooperation von MAK & departure



 

 

 

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