|
 |
|
|
| Asien |
Eine Asiensammlung, die im Verband mit europäischer Kunst gezeigt wird, ist ein Orientalismus an sich. All die hier ausgestellten Kunstwerke wurden schließlich von Europäern ausgesucht. Es wird europäischer Geschmack repräsentiert, in dem die jahrhundertealte Wechselbeziehung zwischen Asien und Europa nachlebt. Einige hier zur Schau gestellte Gruppen wie etwa die Kangxi-Porzellane aus der Sammlung August des Starken, Objekte aus habsburgischem Besitz oder auch Porzellane mit europäischen Goldmontierungen sind seit Jahrhunderten in Europa beheimatet und haben unsere Kunstgeschichte nachhaltig beeinflusst. Andere wurden während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach Europa gebracht, um ein der kunstgeschichtlichen Entwicklung entsprechendes Bild Asiens darstellen zu können. Das Nebeneinander europäischer und asiatischer Kunstwerke hat Tradition, die bis in das Mittelalter zurückreicht und eben auch in unserem Museum seine Fortsetzung findet; auch hier gab es bis vor etwa fünfzig Jahren keine Ostasienabteilung: Bis dahin waren die Objekte auf die "europäischen Abteilungen" aufgeteilt.
Der Ausstellungsraum ist ein zentraler Raum, um den sich die Studiensammlungen gruppieren. In den Vitrinen wird vor allem der Schwerpunkt der Sammlung präsentiert: chinesische und japanische Keramik und Porzellan vor allem aus dem 18. Jahrhundert. Beachtenswert sind aber auch die Teekeramiken aus China und Japan. Auf den vier zentralen Podesten werden als permanente Ausstellung buddhistische Skulpturen und Plastiken vom 4. bis ins 18. Jahrhundert gezeigt. Die Präsentationsform ist von der Idee eines "Lapidariums" geprägt: Nicht die Rekonstruktion einer ursprünglichen Situation ist beabsichtigt, sondern die Darstellung der Kunstobjekte und ihrer Geschichtlichkeit, d.i. auch die oft gewaltsame Entfernung aus ihrem Bestimmungszweck. / Johannes Wieninger
Gestaltung: Peter Noever (C.E.O. und künstlerischer Leiter MAK (Februar 1986 – Februar 2011) Kurator: Johannes Wieninger, MAK-Kustode Asien
Die Schausammlung Asien dient seit 2007 vorrangig dazu, die Vielfalt der Kunstwerke der Asiensammlung in Form von wechselnden Ausstellungen zu präsentieren.
|
|
|