Studiensammlung Keramik![]() |
![]() Kaffeekanne um 1730, Manufaktur Du Paquier, Wien, MAK Inv. Nr. Ke 4635 ![]() Tasse mit Untertasse um 1806, Wiener Porzellanmanufaktur, Porzellan, glasiert, bunt bemalt, MAK Inv. Nr. 4068 ![]() Weinkühler 1740/44, Manufaktur Du Paquier, Wien (17181744), Porzellan, glasiert, unbemalt, plastischer Dekor, MAK Inv. Nr. 6797 19. Jahrhunderts, die Gründung der Wiener Secession 1897 und die Reformierung des Museums für Kunst und Industrie und seiner Schule, signalisierten den Anbruch einer neuen Zeit. Beide Institutionen waren Zentren dieser Reformbewegung. Mit Beispielen aus folgenden Manufakturen: Artel, Kunstgewerbliches Atelier, Prag; Eduard Klablena, Langenzersdorfer Keramik; Ernst Wahliss, Wien; Fachschule Znaim; Hugo F. Kirsch, Wien; Wiener Kunstgewerbeschule; Wiener Porzellanmanufaktur Josef Böck; Wiener Keramik und Vereinigte Wiener und Gmundner Keramik; Wiener Porzellanmanufaktur Augarten; Wiener Werkstätte. Kuratorin: Katja Miksovsky [Übersicht] |
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Den Schwerpunkt der Neuaufstellung bilden Objekte der Wiener Porzellanmanufaktur (1718-1864). Der künstlerische Nachlass der Wiener Porzellanmanufaktur ist kurz nach deren Schließung im Jahr 1864 in den Besitz des k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie (heute MAK) übergegangen und stellt seither einen der bedeutendsten Bereiche der Keramiksammlung dar. Nahezu die gesamten MAK-Bestände an Wiener Porzellan, die Beispiele aus alle Epochen der Produktion umfassen sind ausgestellt und geben einen Überblick über die fast 150 Jahre lange Porzellanherstellung in Wien. Beispiele aus der acht Jahre früher, 1710, in Meißen gegründeten ältesten Porzellanmanufaktur Europas ergänzen diesen Präsentationsbereich. Die Geschichte der Wiener Porzellanmanufaktur kann in fünf Abschnitte gegliedert werden, die jeweils durch eine bedeutende Persönlichkeit gekennzeichnet sind. Als erster bekam Claudius Innocentius du Paquier 1718 durch Kaiser Karl VI. für 25 Jahre das Privileg, Porzellan herstellen und vertreiben zu dürfen. Bis 1744 entstanden unter seiner Leitung vorwiegend zum Gebrauch bestimmte Tafelservice, Vasen oder Uhren. Der zweite, durch das Rokoko geprägte Abschnitt von 1744 bis 1784, in dem besonders qualitätvolle Porzellanskulpturen sowie szenische und florale Miniaturen entstanden, wird als „plastische Periode“ bezeichnet. In dieser Zeit hatte der Staat die Manufaktur übernommen. Conrad Sörgel von Sorgenthal prägte die klassizistische Produktion der Jahre 1784 bis 1805, die durch hervorragende Porzellanmalereien mit Reliefgolddekor und Kobaltblau gekennzeichnet war. Auch das Biskuitporzellan unglasierte weiße Gefäße oder Figuren erfreute sich im |
Klassizismus besonderer Beliebtheit. Mathias Niedermayer (180527) und Benjamin von Scholz (182733), die Direktoren der Manufaktur im Biedermeier, setzten den Schwerpunkt auf Figuren- und Historienmalerei, Wiener Veduten und Blumenmalerei. Die Produktion aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ist relativ unbekannt, bis auf herausragende Einzelstücke wie zum Beispiel die großformatigen Porzellanbilder mit Blumenstillleben von Joseph Nigg und die Serien von Biskuitköpfen prominenter Persönlichkeiten. Auf der Tradition der Wiener Porzellanmanufaktur baut die 1923 gegründete und noch heute bestehende „Wiener Porzellanmanufaktur Augarten“ auf. Mit dem Ziel, die alte Tradition wiederzubeleben, wurden bekannte figürliche Darstellungen ebenso wieder aufgenommen wie die Serviceformen aus Barock, Rokoko und Klassizismus. Parallel dazu kooperierte man auch mit zeitgenössischen Künstlern wie Josef Hoffmann, Ena Rottenberg oder Franz von Zülow. Mit der Gründung der Wiener Porzellanmanufaktur wurde in Wien eine Lücke geschlossen. Entwürfe die bis dahin in Ermangelung einer heimischen Produktion von ausländischen Manufakturen ausgeführt werden mussten, konnten nun in direkter Zusammenarbeit realisiert werden. Einen zweiten Bereich der Neuaufstellung bilden Keramiken, die Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts in Wien, Böhmen und Mähren entstanden sind. Der Schließung der Wiener Porzellanmanufaktur im Jahr 1864 folgte eine freie Entfaltung der kunstkeramischen Industrie vor allem in den Kronländern der österreichisch-ungarischen Monarchie. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch die Gründung zahlreicher Kunstgewerbeschulen und kunstkeramischer Fachschulen in denen Künstler und Handwerker ausgebildet wurden. Die Ereignisse im letzten Jahrzehnt des |
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