Forschungsprojekt

ATCZ264 – JH Neu digital / JH Nově digitální

Josef Hoffmann neu vermittelt. Das Josef-Hoffmann-Museum als Schnittstelle internationaler Zusammenarbeit und das Werk Josef Hoffmanns als Experimentierfeld für innovative Museumsarbeit, insbesondere unter Einsatz digitaler Technologien

Projektleitung MAK:
Dr. Rainald Franz (Kustode Sammlung Glas und Keramik, Sammlungsübergreifende und EU-Projekte, Provenienzforschung und Restitution)
Projektlaufzeit: 1.3.2021 – 31.12.2022

Projektpartner:
MAK – Museum für angewandte Kunst
Moravská galerie v Brně / Mährische Galerie in Brno (Lead Partner)
Město Brtnice / Stadt Brtnice
NDU – New Design University Privatuniversität GesmbH

>>> Česká verze <<<

Zum Konsortium des Projekts ATCZ264 JH Neu digital gehören das MAK – Museum für angewandte Kunst und die Mährische Galerie in Brno (MG), die sich mit der zentraleuropäischen Moderne (1890 bis 1938) beschäftigen und mit dem Josef-Hoffmann-Museum in Brtnice ein bedeutendes kulturgeschichtliches Erbe dieser Zeit als gemeinsame Expositur führen, die New Design University St. Pölten (NDU) als universitärer Partner sowie die Stadt Brtnice. Das Josef-Hoffmann-Museum war das Elternhaus von Josef Hoffmann und diente ihm „als Exerzierfeld“ seiner Gestaltungsideen. Seine Design- und Architekturentwürfe hatten maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung dieser Zeit.

Das Projekt reagiert auf die (post-)pandemiebedingte Situation der Museen und präsentiert den Nachlass von Josef Hoffmann mit Hilfe digitaler Technologien, um ihn weltweit allen Interessierten online zugänglich zu machen. Josef Hoffmann ist Mitbegründer der Wiener Werkstätte und eine zentrale Figur in einer Epoche, die heute als „mitteleuropäische Moderne“ verstanden wird. In Anlehnung an die Person von Josef Hoffmann wird das Projekt die erste vollständig digitale Präsentation seines Werks vorstellen, die durch eine digitale Rekonstruktion des ersten Verkaufsraums der Wiener Werkstätte in virtueller Realität ergänzt wird. Eine anschließende internationale Konferenz wird ein interdisziplinäres Publikum im MAK zusammenbringen (möglicherweise online), um zu diskutieren, wie die Gestaltungsprinzipien der Wiener Werkstätte in die Gegenwart gebracht werden können. Auch die anderen Projektleistungen werden unter Berücksichtigung der Notwendigkeit ihrer vollständigen digitalen Online-Vermittlung umgesetzt. Das Josef-Hoffmann-Museum in Brtnice (nachstehend MJH) wird neben zwei saisonale Ausstellungen im Sommer 2022 auch eine neue Dauerausstellung beherbergen, die aktuelle Trends in der Museumspräsentation aufgreift und von einer Kinderpublikation über Josef Hoffmann begleitet wird. Die Scheune im MJH-Gebäude wird unter der Schirmherrschaft der Stadt Brtnice renoviert und in einen multifunktionalen Raum für temporäre Ausstellungen und begleitende Kultur- und Bildungsveranstaltungen im Zusammenhang mit Josef Hoffmanns Erbe umgewandelt. Die Scheune wird zum zentralen Treffpunkt für die Projektaktivitäten aller Partner. Nach ihrer Rekonstruktion wird hier 2022 eine von MG und MAK vorbereitete permanente Virtual-Reality-Ausstellung eröffnet, die auf den Ergebnissen des von der NDU durchgeführten Forschungsprojekts „Traces of Modernity“ basiert.

Mit der Einladung an die NDU, sich am Projektkonsortium zu beteiligen, verfolgt die Partnerschaft das Ziel, einen Universitätspartner und damit Forschung und Lehre auch institutionell in das Projektkonsortium einzubinden. Die NDU beteiligt sich im Projekt an allen kuratorischen Prozessen und stellt Expertise insbesonders im Vermittlungsbereich zur Verfügung.

Im Rahmen des Projekts werden innovative Bildungsprodukte durch ein Gastdozent*innenprogramm mit Workshops und Vorträgen für verschiedene Zielgruppen im gesamten MJH-Gebäude entwickelt, wodurch der genius loci wiederbelebt wird. Das umfassende Vermächtnis von Josef Hoffmann wird durch eine phantasievolle „Überschreitung“ der Grenzen des MJH-Gebäudes gesichert – für Kinder und Erwachsene in Brtnice und Umgebung wird ein Wander- und Radlehrpfad auf den Spuren von Josef Hoffmann eingerichtet, der u.a. zu den neu restaurierten Gräbern der Familie Hoffmann führt.

Wissenschaftliche Kooperationen, die sich aus dem Projekt ergeben haben:
Adolf Loos 151 (Adolf Loos 151: mezinárodní symposium | international symposium - ÚOP Brno (npu.cz)

Projektleitung MAK:
Dr. Rainald Franz (Kustode Sammlung Glas und Keramik, Sammlungsübergreifende und EU-Projekte, Provenienzforschung und Restitution)

Das Projekt hat ein Gesamtbudget von 1,09 Mio. Euro, und wird zu 85 % aus den EFRE-Mitteln der Europäischen Union (INTERREG V-A Österreich – Tschechische Republik) sowie durch staatliche Mittel der Tschechischen Republik finanziert.

Mehr zum Projekt:
PA 2 - Umwelt und Ressourcen | AT-CZ