Schausammlung Teppiche

Künstlerische Intervention: Füsun Onur

Die Teppichsammlung des MAK ist eine der berühmtesten der Welt. Die einzigartigen Stücke des 16. und 17. Jahrhunderts führen eine unvergleichliche Vielfalt an Mustern und Farben, Materialien und Techniken vor Augen.
Teppiche veranschaulichen den hohen Grad der kulturellen Vernetzung zwischen Europa und Asien. Produziert im Nahen und Mittleren Osten, waren Teppiche begehrte Handelsware. Mobil und einfach zu transportieren, wurden sie international als Luxusgüter gehandelt. Die Wanderung von Techniken, Materialien und Motiven illustriert die Wechselwirkungen nicht nur innerhalb der islamischen Welt, sondern auch mit Europa. Ein Hauptanliegen der Präsentation ist, diese interkulturellen Verknüpfungen anhand der Teppiche darzustellen.
 
Die Präsentation der weltberühmten Teppichsammlung des MAK vermittelt einen Einblick in die Entwicklungsgeschichte der Teppiche zwischen Indien und Europa ab dem späten 15. Jahrhundert bis ins 18. Jahrhundert. Die Aufstellung folgt der Entstehungszeit der Teppiche und ihren Herstellungsorten. Gezeigt werden sowohl Teppiche höfischer Produktion als auch solche, die für den Handel gefertigt wurden. Während diese über einen langen Zeitraum aus dem Osten nach Europa importiert wurden, begannen im 17. Jahrhundert europäische Manufakturen mit ihrer Herstellung. Beeinflusst durch die Vorbilder aus dem Osten, entwickelten europäische Teppiche sehr rasch eine eigene Formensprache.
 
Das Museum sammelt seit seiner Gründung Teppiche. Um 1907 gelangte überdies der Bestand des k. k. Österreichischen Handelsmuseums an das heutige MAK. Die bedeutendsten Teppiche wurden 1922 aus dem habsburgischen Kaiserhaus übernommen. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf den klassischen Teppichen des 16. und 17. Jahrhunderts aus dem Nahen und Mittleren Osten, den Gebieten des heutigen Ägypten, der Türkei und des Iran.
 
Von der Vorstellung eines Seidenraupenkokons inspiriert, versinnbildlicht das Raumkonzept von Michael Embacher die wechselseitigen Vernetzungen; die Teppiche sind mittels Stahlseilen verspannt.
 
Die künstlerische Intervention von Füsun Onur, die in Istanbul lebt und arbeitet, erzählt vom Wandel der Zeiten in westlichen und östlichen Bildern wie kulturellen und religiösen Welten. Die Künstlerin lässt einen ephemeren Engel, gleichsam ein alles vereinendes oder in Frage stellendes Zeichen, über der musealen Sammlung schweben.

Neuaufstellung MAK-Schausammlung Teppiche, seit 9.4.2014

Publikation

Zur MAK-Schausammlung Teppiche erschien der MAK/GUIDE Teppiche, herausgegeben von Christoph Thun-Hohenstein und Barbara Karl, Texte von Barbara Karl, Edith Oberhumer, Christoph Thun-Hohenstein, Bärbel Vischer und Angela Völker sowie ein Interview mit Michael Embacher, deutsch/englisch, 192 Seiten mit rund 100 Farbabbildungen, MAK Wien / Prestel Verlag, München–London–New York 2014. Erhältlich im MAK Design Shop um € 9,90

MAK/GUIDE

Teppiche
Herausgegeben von Christoph Thun-Hohenstein und Barbara Karl, Texte von Barbara Karl, Edith Oberhumer, Christoph Thun-Hohenstein, Bärbel Vischer und Angela Völker sowie ein Interview mit Michael Embacher.
Deutsch/englisch, 192 Seiten, rund 100 Farbabbildungen, 24 x 12,5 cm, Broschur, MAK Wien / Prestel Verlag, München–London–New York 2014. Erhältlich im MAK Design Shop


Kuratorin / Gestaltung

Kuratorin Barbara Karl,
Kustodin MAK-Sammlung Textilien und Teppiche
Gestaltung Michael Embacher
Künstlerische Intervention
Füsun Onur, kuratiert von Bärbel Vischer, Kustodin MAK-Sammlung Gegenwartskunst
 

Führungen

Sonderführungen nach Voranmeldung:
Gabriele Fabiankowitsch, Leitung MAK-Bildungsprogramm und Führungen
T +43 1 711 36-298,


 

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