Projekt

WIEN 1900 inspiriert

Schaufenster zum MAK
Patrick Rampelotto - Josephine, 2013

Inspiriert von der Neuaufstellung der MAK-Schausammlung WIEN 1900. Design /Kunstgewerbe 1890–1938 entwarf der Designer Patrick Rampelotto ein Möbel, das auf Adolf Loos’ bekannten, jedoch nie realisierten Entwurf einer Villa mit schwarzweiß gestreifter Marmorfassade für die „skandalöse“ Josephine Baker anspielt (1927). Für ihre Tanzauftritte im knappen Bananenröckchen wurde die Baker ab 1926 in den Pariser Folies Bergère als „schwarze Venus“ gefeiert; in Wien dagegen wurde ihr geplanter Solo-Auftritt im Ronacher kurzerhand abgesagt, schließlich erhielt sie sogar Auftrittsverbot in Wien und mehreren anderen europäischen Städten. Adolf Loos und seine Zeitgenossen sahen in der umstrittenen amerikanischen Tänzerin die Gegensätze der Moderne vereint; mit ihrer Attitude stand sie für das zeitgenössische Amerika, das Großstädtische, das Wilde und die Kunst.
 
Mit der Intervention Patrick Rampelotto: Josephine, die ab Dienstag, 1. Oktober 2013, zu sehen ist und von Marlies Wirth kuratiert wird, bespielt zum zweiten Mal ein Designer das „Schaufenster zum MAK“ in Wien Mitte – The Mall. Den Auftakt machte Marco Dessí mit seiner Interpretation eines Salonschranks von Dagobert Peche (1913).

Kuratorin Marlies Wirth


patrickrampelotto.com