Die Anfänge der Japansammlung vor 140 Jahren und die gleichzeitige Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Japan und Österreich sind Ausgangspunkt und Anlass für die Ausstellung MEIJI. Japan um 1900 in der MAK-Schausammlung Asien. Präsentiert wird eine Auswahl von 90 Objekten aus Keramik, Bronze, Lack und Porzellan, die im Zeitraum von 1870 bis 1912 entstanden sind, aber auch zu diesem Zeitpunkt erworben bzw. dem damaligen Museum für Kunst und Industrie (heute MAK) geschenkt wurden. Die Schau thematisiert so auch das bereits damals bestehende Interesse des Museums an zeitgenössischen Objekten sowie das damit verbundene Sammeln aus der Zeit heraus. Aufschlussreich ist dabei vor allem auch der Vergleich zwischen offiziellen Objekten, die von staatlicher japanischer Stelle gewidmet wurden, mit jenen, die durch private Schenkungen ans Museum kamen.
Die Wiener Weltausstellung 1873, auf der sich Japan als Nation erstmals in Europa mit einer breiten Produktpalette vorstellte, bot viele interessante Kunstwerke, von denen ein großer Teil von der japanischen Regierung an mehrere Museen Europas, darunter auch an das heutige MAK, geschenkt wurde. Schon vor der Wiener Weltausstellung versuchte Japan auf den westlichen Geschmack ausgerichtete Produkte zu erzeugen, was jedoch von keinem großen Erfolg gekrönt war. In der Folge beschloss man daher, sich in Wien mit Erzeugnissen zu präsentieren, die an die eigene Tradition anschlossen.
Viele der in der Schau gezeigten Werke wurden schon bei internationalen Ausstellungen präsentiert, andere, vor allem Geschenke von Japanreisenden, werden zum ersten Mal gezeigt. Diese manchmal seltsam anmutenden Objekte zeigen den Geschmack der Zeit und das oft persönliche Interesse an dem damals noch fernen Land.
Kurator Johannes Wieninger, MAK-Kustode Asien
MAK-Studiensammlung Ausgewählte Teile der umfangreichen Bestände des MAK sind in der Studiensammlung dauerhaft ausgestellt, die Ordnung nach Materialien entspricht der Spezialisierung der Sammlungs- leiter. Große Entwicklungslinien stehen bei der Auswahl der Objekte im Vordergrund. In wechselnden Ausstellungen werden unterschiedliche Aspekte der Sammlung näher beleuchtet und Sammlungsobjekte im Spannungsfeld zwischen angewandter und zeitgenössischer Kunst gezeigt.