Der Menschheit ist die Kugel bei einem Ohr hinein und beim anderen herausgeflogen
Die in Berlin lebende Künstlerin, Filmemacherin und Autorin Hito Steyerl (* 1966) beleuchtet gesellschaftliche Prozesse, die durch neueste Technologien und Künstliche Intelligenz (KI) gesteuert werden. Dramaturgisch verknüpft sie Wirklichkeit und Fiktion, Geschichte und Gegenwart.
In ihrer ersten Einzelausstellung in Wien legt sie politische Strukturen in der Alltags- und Popkultur offen. Zwei multimediale Videoinstallationen interpretieren das Environment als analogen und filmischen Raum. Hell Yeah We Fuck Die (2016) und Mechanical Kurds (2025) thematisieren Einflüsse der Militarisierung auf die Zivilgesellschaft und analysieren Sprache als Tool, technologische Entwicklungen sowie realpolitische Szenarien der Robotik und der Künstlichen Intelligenz (KI). Immanent ist das Potenzial des Kollektiven.
Diese Fragestellungen sind mit Hito Steyerls gesamtem Œuvre verflochten, sie nimmt die Brüche und Widersprüche aktueller gesellschaftlicher, technologischer Entwicklungen und politischer Mappings auf. Seit vielen Jahren macht sie auf die Auswirkungen der Konflikte und des Kriegs in den kurdischen Gebieten der Türkei, Syriens und des Irak aufmerksam. Der Titel der MAK Ausstellung Der Menschheit ist die Kugel bei einem Ohr hinein und beim anderen herausgeflogen liest sich als Kommentar zur Zeitgeschichte – zitiert nach Karl Kraus (1874–1936), dem Wiener Satiriker, Kulturkritiker und Beobachter des politischen Geschehens.