Bibliothek und Kunstblättersammlung

Kustodin: Kathrin Pokorny-Nagel

Das MAK besitzt eine der ältesten Museumsbibliotheken der Welt. Die ihr zugehörige Sammlung an Kunstblättern lieferte Vorlagen für die Secession, den Hagenbund und die Wiener Werkstätte. Die Sammlung an internationalen Designs in Buch und Grafik ist bis heute Ideengeber für Designer*innen, Architekt*innen und Kreative. Wissenschaftler*innen finden in der Bibliothek und dem frei zugänglichen Lesesaal einen Ort des kumulierten Wissens über angewandte Kunst.

„Alles aus Papier“

Rund 290.000 Bücher und Zeitschriften sowie 400.000 Kunstblätter wurden seit der Gründung des MAK 1863 gesammelt. Sie dienten den österreichischen Gestalter*innen als Inspirationsquelle. Günstiger in der Beschaffung und platzsparender in der Aufbewahrung als Objekte, waren Drucke, Zeichnungen und Fotografien von Kunstwerken sowie Entwürfe ein wesentlicher Bestandteil des musealen Vorhabens, das österreichische Kunsthandwerk und die Industriegestaltung auszubilden.
So konnten sich Interessierte beispielsweise anhand von Stilkopien, Ornamentstichen und Entwurfssammlungen mit internationalen und historischen Stilen und Techniken vertraut machen.  
Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich aber keineswegs ausschließlich um eine Sammlung einzelner Blätter, die künstlerische Erzeugnisse abbilden. Entsprechend der Einteilung der Museumssammlung nach Materialien, beinhaltet die Sammlung alle Objekte aus Papier. Das schließt neben den umfangreichen Beständen historischer Drucke auch Handzeichnungen mit ein, eine Plakatsammlung, eine Fotosammlung, Briefe, Einbände, Spielkarten, einen Papierglobus u. v. m.
Highlights der Sammlung sind u. a. die 9 Werkzeichnungen von Gustav Klimt für die Ausführung eines Mosaikfries für den Speisesaal des Palais Stoclet in Brüssel sowie 61 von 100 erhaltenen Blättern der bedeutenden indopersischen Prunkhandschrift Hamza Nama.

Freie Benutzung

Wie schon vor 150 Jahren können die Bestände der Bibliothek und der Kunstblättersammlung kostenlos eingesehen werden. Der Lesesaal der Bibliothek stellt einen frei zugänglichen Arbeitsraum dar, in dem Nutzer*innen niederschwellig aus der gesammelten Expertise des Museums schöpfen können. Die Bibliothek und Kunstblättersammlung ist damit eine wichtige und direkte Verbindung des Museums nach außen. Durch großzügige Öffnungszeiten, kostenlosen Zutritt und fortlaufende Digitalisierung der Bestände wird die Gründungsgedanken verankerte Beziehung zum Publikum aufrechterhalten.