Sammlung Asien

Kustodin: Mio Wakita-Elis

Die MAK Sammlung Asien umfasst rund 25.000 Objekte aus außereuropäischen Ländern (Ostasien, Südostasien, arabisch-islamischer Kulturraum) und zeigt eine große Auswahl an Kunst und Kunstgewerbe vom Neolithikum bis in die Gegenwart. Die materielle Kultur Europas entfaltete sich stets in Austausch mit Asien. Die MAK Sammlung Asien dokumentiert die Spuren dieser interkulturellen Dialogprozesse.
Obwohl die Asien-Abteilung erst vor rund 100 Jahren gegründet wurde, zeigte das MAK seit seiner Gründung Kompetenz auf dem Gebiet asiatischen Kunstgewerbes. Schon um 1900 verfügte das Museum über eine beachtenswerte Sammlung, die Höhepunkte der asiatischen Kulturen dokumentierte. Der Grundstein zum heute gewaltigen Umfang der Asiensammlung wurde 1907 gelegt, als sie mit der Übernahme des ehemaligen k. k. Österreichischen Handelsmuseums reich ergänzt wurde. Damals ging auch die umfangreiche Japan-Sammlung von Heinrich Siebold an das heutige MAK über.

Keramik, Lack und Färbeschablonen

Chinesisches Porzellan, japanische Lackarbeiten, japanische Farbholzschnitte und japanische Färbeschablonen (katagami) bilden heute die Schwerpunkte der Asien-Sammlung. Darüber hinaus beherbergt das MAK eine der bedeutendsten Sammlungen zur Wiener Weltausstellung 1873. Zu den kunst- und kulturhistorisch herausragenden Objekten dieser Objektgruppe zählen etwa Arbeiten des Keramikkünstlers KAWAMOTO Masukichi (1831–1907) sowie des Lackkünstlers HASHIMOTO Ichizō (1817–1882).
 
Die Sammlung ostasiatischer Keramik aus verschiedenen Epochen veranschaulicht die beeindruckende Vielfalt dieser Kunstform von ihren Anfängen an. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf dem 18. Jahrhundert, die als Hochblüte der keramischen Produktion gilt. Zu den kostbarsten Arbeiten zählen etwa ein früher Blauweiß-Teller aus der Yuan-Dynastie (1271–1368), chinesische Porzellane der Kangxi-Periode (1666–1722) aus der Sammlung Augusts des Starken sowie Teekeramik aus Japan.

Die Sammlung japanischer Lackarbeiten umfasst Objekte ab dem frühen 17. Jahrhundert und ist besonders reich an Beispielen aus der Meiji-Periode (1868–1912). Mit rund 10.000 Objekten zählt die Sammlung japanischer Färbeschablonen zu den größten ihrer Art weltweit. Sie bietet einen beeindruckenden Überblick über die Herstellung, Färbetechniken und Ornamentgeschichte des katagami, das seit dem 7. Jahrhundert in Japan als angesehenes Kunsthandwerk zum Färben von Leder, Stoff und Papier verwendet wird.
 

Farbholzschnitte

Mit rund 4.200 Blättern zählt die Sammlung japanischer Farbholzschnitte zu den bedeutenden Ukiyoe-Sammlungen in Europa und zu den größeren Sammlungsblöcken des MAK. Der Großteil stammt aus privaten Kollektionen, darunter jene von Anton Exner, Richard Lieben und Heinrich Siebold. Die Ukiyoe-Sammlung des MAK umfasst Arbeiten von etwa 200 Künstler*innen, die vom späten 17. bis ins 20. Jahrhundert entstanden und entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der europäischen Moderne hatten.