MAK-Eingang Stubenring 5, 1010 Wien
Eintritt frei
Die diskursive Marathon-Veranstaltung der VIENNA ART WEEK 2018 präsentiert in Talks, Screenings, Lectures, Performances und einem musikalischen Beitrag künstlerische Projekte und Ideen, die dem paradiesischen Potenzial von Kunst, Performance, Design und Architektur nachgehen und versuchen, diesen mythisch umrankten Nicht-Ort darzustellen. Dabei geht es um viel versprechende Paradiese ebenso wie um ein Paradies, das versprochen wird. Ersteres wäre eine Affirmation des ohnehin schon ziemlich idealisierten, stets nur in seiner Abwesenheit existierenden Ortes, Letzteres verwendet das Versprechen vom Paradies als rhetorisches Stilmittel der Überredung, das sich für politische Zwecke instrumentalisieren lässt.
Inhaltliche KonzeptionRobert Punkenhofer, Künstlerischer Leiter, VIENNA ART WEEK
Angela Stief, Kuratorin und Publizistin
14:30 Uhr: BegrüßungChristoph Thun-Hohenstein, Generaldirektor, MAK
Robert Punkenhofer, Künstlerischer Leiter, VIENNA ART WEEK
14:40 Uhr: Screening | Talk mit dem Künstlerduo DEPART über seine audiovisuelle ArbeitDas Künstlerduo
DEPART beschäftigt sich seit Beginn seiner Zusammenarbeit mit Mythologien und deren Implementierung in digitalen Welten. Seine Methoden ermöglichen es, Algorithmen und surreale Inhalte zu immersiven Erlebnisräumen zu fusionieren. DEPART spricht über seine aktuellen Ansätze in der virtuellen Realität und zeigt Beispiele seiner
audiovisuellen Arbeit.
15:00 Uhr: Line-up: Präsentation – FUTURE CITY / Fashion and Food: Noki und Kristiane KegelmannFUTURE CITY erforscht zukünftige Lebensmodelle und zeigt Lösungsansätze von Design und Kunst für die Probleme in urbanen Ballungsräumen auf. Modekünstler Noki (Brighton, Großbritannien) präsentiert seine Visionen für die Mode der Zukunft und Kristiane Kegelmann (Berlin) stellt essbare Skulpturen für FUTURE CITY vor.
15:10 Uhr: Line-up: Präsentation – FUTURE CITY / Public space and public transport: Mario GagliardiDesigner Mario Gagliardi (Wien) erforscht Lebensweisen der Zukunft, die grundlegende soziokulturelle Konzepte – Privat & Öffentlich, Eigentum & Nutzerschaft, Ansässigkeit & Mobilität, Notwendigkeit & Luxus – neu definieren. Er erläutert die Idee, die hinter FUTURE CITY steht, und stellt seine Designvisionen für öffentliche Räume und öffentlichen Verkehr vor.
15:30 Uhr: Line-up: Talk – Sachin Anshuman, Mario Gagliardi, Kristiane Kegelmann, NokiMario Gagliardi (Designer, Wien), Sachin Anshuman (Architekt, London), Noki (Modekünstler, Brighton, Großbritannien) und Kristiane Kegelmann (Künstlerin, Berlin) diskutieren über FUTURE CITY. Wie können wir bessere Modelle für Leben, Arbeit und Verkehr in Städten schaffen? Wie können wir Gemeinschaft und Zusammenarbeit anregen?
15:45 Uhr: Talk mit Joep van Lieshout, Künstler, Gerald Bast, Universität für angewandte Kunst Wien, und Christoph Thun-Hohenstein, MAK 2001 rief
Joep van Lieshout einen unabhängigen Staat im Hafen von Rotterdam mit einem Maximum an Freiheit und Unabhängigkeit aus. Im Mittelpunkt des Gesprächs zwischen dem Künstler,
Gerald Bast, Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien,
Christoph Thun-Hohenstein, Generaldirektor des MAK, und
Robert Punkenhofer (Moderation) steht das Werk des Atelier van Lieshout: Zwischen bildender und angewandter Kunst changierend, lotet es durch seinen funktionalen und dysfunktionalen Charakter das utopische Potenzial von Kunst, Design und Architektur aus.
16:30 Uhr: Screening – Hanakam & Schuller, BLOOM (2011) und TOUR (2012)In den Filmen
BLOOM (2011) und
TOUR (2012) beschäftigen sich
Hanakam & Schuller mit dem Thema Arkadien und der Darstellung von pittoresken Landschaftsszenarien, die in der romantischen Sensibilität des 18. Jahrhunderts ihren Ursprung feiern. Mittels absurder Objekte und optischer Hilfsmittel wie der Camera obscura und Farbfiltern hinterfragt das Künstlerduo den modernen Blick auf das Paradies.
16:45 Uhr: Talk mit Peter Kees, Konzeptkünstler, dem Künstlerduo Hanakam & Schuller und Wolfgang Ullrich, KunsttheoretikerIm Gespräch zwischen dem Konzeptkünstler
Peter Kees, der das Land des ewigen Glücks ausrief, dem Künstlerduo
Hanakam & Schuller, dem Kunsttheoretiker
Wolfgang Ullrich, der sich mit dem Garten-Kunstwerk
Little Sparta des schottischen „Avant-Gardener“ Ian Hamilton Finlay beschäftigt, und der Kuratorin
Angela Stief (Moderation) werden künstlerische Entwürfe des Paradieses vorgestellt. Zudem wird den unterschiedlichen Versuchen nachgegangen, ein zeitgenössisches Arkadien gesellschaftlich zu installieren.
17:45 Uhr: Lecture – Burkhard Liebsch, „Vom Verlust und Versprechen des Paradieses zur ästhetischen Erfahrung des Bleibens“Burkhard Liebsch beschäftigt sich in seinem Vortrag „Vom Verlust und Versprechen des Paradieses zur ästhetischen Erfahrung des Bleibens“ mit den politischen Versprechen: sie stehen unter Gewaltverdacht, da sie den Menschen glauben machen, dass sich das Paradies wiedergewinnen lasse. Der deutsche Philosophieprofessor geht der Frage nach, ob ästhetische Erfahrung gegenwärtig dafür einstehen könne oder ob sie nicht nur ein vorübergehendes Bleiben in der Zeit zu gewähren vermag.
18:30 Uhr: Screening | Talk mit Kaucyila Brooke, KünstlerinKaucyila Brooke spricht mit
Andrea B. Braidt, Vizerektorin der Akademie der bildenden Künste Wien, über ihre Arbeit
Tit for Twat, die die in Los Angeles lebende Künstlerin 1993 mit offenem Ende ins Leben rief. Dieses Projekt erzählt eine andere Geschichte des Paradieses, hinterfragt geschlechtsspezifische Konstruktionen, die mit dem Mythos des Garten Eden verbunden sind, und zeigt, dass die Natur menschlicher Sexualität keinem normativen System unterliegt.
19:00 Uhr: Performance – Carola Dertnig, Again AudienceCarola Dertnig, Professorin an der Akademie der bildenden Künste Wien, redesignte für
Again Audience Alexander Rodtschenkos Rednertribüne als mobile Einheit. In der Performance lotet sie das Potenzial von Handlungen, Worten und kollektiven Gestaltungsräumen aus. Die Künstlerin hinterfragt in diesem fortlaufenden Projekt die Beziehung von Sprechakteuren und Publikum und beschäftigt sich mit der Übersetzung politisch-performativer Praktiken in eine alltägliche Routine.
19:15 Uhr: Talk mit den Performance-Expertinnen RoseLee Goldberg und Felicitas Thun-HohensteinDie Performance-Expertinnen
RoseLee Goldberg, Gründungsdirektorin und Chefkuratorin des Festivals Performa (New York), und
Felicitas Thun-Hohenstein, Kuratorin des Österreich-Beitrages zur Venedig-Biennale 2019 sowie Professorin an der Akademie der bildenden Künste Wien, sprechen mit
Robert Punkenhofer (Moderation) über „Utopie und Dystopie in der Perfomancekunst“ sowie deren unterschiedliche Ausrichtung in Europa und den USA. In der Choreografie von Zeit und Raum werden das ritualisierte Ich, das performative Subjekt und der inszenierte Körper zum Missing Link zwischen Alltag und Transzendenz, Diesseits und Jenseits.
20:15 Uhr: Live-Konzert und Albumpräsentation – Christopher James Chaplin, Paradise Lost, Visuals by Luma.LaunischDer britische Avantgarde-Komponist und Musiker
Christopher James Chaplin, der u. a. mit dem Ambient-Pionier Hans-Joachim Roedelius zusammengearbeitet hat, präsentiert sein Solo-Album
Paradise Lost erstmals live in Wien. Das Werk, das auf visueller Ebene von den VideokünstlerInnen
Luma.Launisch begleitet wird, verdichtet experimentelle Elektronik zu einem einzigartigen Setting, das an Kammermusik erinnert.