Süßer die Sammlung nie klinget

Das MAK setzt mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) gleich eine Reihe von abteilungsübergreifenden Unterfangen um.

Logo Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport
Projektteile:

1. Uhren & Spielwerke
Die Stunde der Spielwerke und Uhren hat geschlagen: In der Sammlung des MAK befinden sich zahlreiche automatische Uhrwerke und mechanische Musikautomaten. Von herausragender Bedeutung sind dabei ein um 1830 entstandenes Wiener Kanapee mit eingebautem Flötenwerk aus der Sammlung Möbel und Holzarbeiten, das mit verschiedenen Walzen bespielt werden kann (u. a. mit Stücken von Mozart, Rossini und Bizet), sowie eine um 1700 entstandene Bodenstanduhr aus dem fürsterzbischöflichen Hof in Salzburg mit einer Marketerie aus schwarz gebeiztem Birnbaum-Holz, Schildpatt, Messing und Zinn in Boulle-Technik.

Die Sammlung Metall enthält wertvolle Bilderuhren, darunter eine, die eine Jahrmarktszene mit beweglichen Seiltänzer*innen zeigt, oder eine Stutzuhr mit zwitschernden und Flügel schlagenden Vögeln – beide stammen aus der Spätbiedermeierzeit.

Mithilfe der Förderung werden die Spielwerke durch gewissenhaftes Restaurieren wieder in Gang gesetzt, um sie erklingen zu lassen. Mithilfe von Videoaufnahmen wird es möglich sein, hinter die Kulissen der Mechanik zu blicken. Das kann sich sehen und hören lassen!

2. Otto Wagner
Wie so oft, stemmt die Bibliothek und Kunstblättersammlung den großen Teil der Umsetzungen: Das MAK kam vor einigen Jahren in die glückliche Lage, das gesamte baugeschichtliche Archiv der Österreichischen Postsparkasse, eines der kunst- und architekturhistorisch bedeutendsten Gebäude Wiens, übernehmen zu können. Darunter befinden sich auch zahlreiche originale Pläne und Dokumente des Erbauers und wegweisenden Architekten Otto Wagner. Diese geben nicht nur Aufschluss über den architektonischen Entwurf des Gebäudes, sondern auch über alle baulichen Details, wie Informationen zu Leitungen, tragenden Elementen und anderen konstruktiven Feinheiten.

3. Handschriften
Einer der wertvollsten Bestände der MAK Bibliothek und Kunstblättersammlung ist die im 19. Jahrhundert angelegte Sammlung von rund 3.000 illustrierten Büchern des 15. bis 18. Jahrhunderts. Darunter befinden sich einzigartige Handschriften, die bisher weitgehend unbekannt sind, weil der Inhalt durch die schlechte Lesbarkeit, wie bei Texten in mittelneuhochdeutscher Sprache oder Kurrentschriften, nur schwer erschlossen werden kann.

Unter den Handschriften befindet sich etwa die bedeutende Familienchronik der Khevenhüller von 1620 oder der Reisebericht von Hans Herzheimer aus den Jahren 1514 bis 1519, eine Zimelie von einzigartigem Wert. Der Salzbaron Herzheimer beschreibt darin neben Lebensweisen seiner Zeit Begegnungen mit Kaiser Maximilian I. und Martin Luther. Dieser Reisebericht ist insofern besonders interessant, weil er dank einer Kooperation mit der Universität Leipzig der einzige bereits wissenschaftlich transkribierte Teil dieser Sammlung ist. Diese Transkription könnte für das Machine-Learning von besonderem Wert sein.

Das MAK beherbergt zudem das älteste Archiv für angewandte Kunst. Darin sind sämtliche Korrespondenzen und Dokumente, die die Organisation und Inhalte des Museums von der Gründung 1863 bis heute betreffen, verwahrt. Der Bestand umfasst mehr als 140.000 Archivalien. Das Archiv gibt nicht nur Auskunft über alle Angelegenheiten, die das Museum betreffen, sondern spiegelt zudem als erstes staatliches Museum die kunst- und kulturpolitische Situation Österreichs ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wider.

4. Kinderträume
Kinderbücher stellen ein unglaublich vielfältiges und vielschichtiges künstlerisches Ausdrucksmedium dar. Entgegen der landläufigen Meinung, dass sie sich vorwiegend an Kinder richten und in erster Linie pädagogische Zwecke erfüllen, sind es vor allem die künstlerischen Aspekte, die in der künftigen Forschung in den Blickpunkt gerückt werden müssen. Bilderbücher werden von Künstler*innen geschaffen – sie verdienen es, in ihren künstlerischen Ansprüchen wahrgenommen zu werden. Dies kann nur durch einen höheren Bekanntheitsgrad erfolgen, der durch stärkere Online-Präsenz gewährleistet wird. Die umfangreiche MAK Sammlung (mit Nachlässen von Paul Humpoletz, Edmund Moiret, Emanuela Delignon, Lotte Fochler-Frömel und Johanna Reismayer-Fritsche) ermöglicht, den Gestaltungsprozess von der Ideenskizze bis zum gedruckten Buch nachzuzeichnen. Daher können innerhalb des Projekts Entwürfe, Reinzeichnungen, Druckstufen und Kinder-/Künstler*innenbücher aufgearbeitet, digitalisiert und miteinander in Beziehung gesetzt werden.
Die Vorliebe für Christbaum-Dekoration ist in der breiten Bevölkerung ungebrochen. Umso dringlicher erscheint es dem MAK, diesem Thema eine wissenschaftliche Plattform zu bieten. Seit rund 150 Jahren entzückt Gablonz mit beeindruckender Detailverliebtheit und Formenvielfalt. Entstanden sind vorwiegend Miniatur-Nachahmungen von Alltagsgegenständen, Darstellungen der Fauna, technische Innovationen und Fantasiegebilde. Die entstandenen Anhänger erzählen immer auch die Geschichte ihrer Entstehungszeit; was neu war, war es auch wert in Perlenform dargestellt zu werden. Vom Flugzeug bis zum Nudelholz wurde alles in Miniaturform für den Christbaum nachgebaut. Das MAK erhält mit einer umfangreichen Schenkung eine der bedeutendsten Sammlungen von Gablonzer Christbaumschmuck, die die gesamte Bandbreite dieses kunstgewerblichen Schaffens abdeckt. In ihr befinden sich die schönsten Beispiele des Christbaumschmucks mit variantenreichen Gehängen: Schmetterlinge, Libellen, Windmühlen, Sterne, Kränze, Blüten, Früchte und Zeppeline – vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart.

5. 3D, Mode & mehr
3D-Scans dienen in erster Linie der Dokumentation, dem Erhalt und einer allansichtigen Präsentation. Die meisten im MAK ausgestellten Objekte sind dreidimensional, und wir haben begonnen, ausgewählte Exponate auch im digitalen Raum als solche in Szene zu setzen.

3D-Modelle ermöglichen es, ein Objekt von allen Seiten zu betrachten und mit verschiedenen Blickwinkeln und Zoomfaktoren zu untersuchen, ohne das Objekt physisch berühren zu müssen. Das schont das Original und lässt gleichzeitig die Untersuchung des Objekts von nahezu überall aus zu, was wiederum umweltschonend weite Anfahrten erspart. Objekte können digital in mehreren Ausstellungen, Kontexten und Auftritten zugleich gezeigt werden und erlauben einen niederschwelligen Zugang zu wertvollen Stücken unseres Kulturerbes; gleichzeitig wird dadurch auch die Neugier gesteigert, das Original – sofern ausgestellt – vor Ort im Museum sehen zu wollen.

Als Nächstes wollen wir diverse Sammlungshighlights scannen, uns ein Paradebett aus Schloss Hof und mehrere Kleidungsstücke vornehmen und auch in der Zeit weit zurückgehen und koptische (also spätantike) Fragmente digitalisieren.

6. Bildrechte
Das MAK setzt auf Transparenz und Zugänglichkeit. Schon jetzt bieten wir online auch Datensätze zur Forschung an, selbst wenn diese aus rechtlichen Gründen nicht mit Abbildungen gezeigt werden dürfen. Seit 2023 gehen wir dank einer Förderung des BMKÖS (heute BMWKMS) aktiv mit einer eigenen Stelle der Klärung von Bildrechten nach. Im Sinne der allgemeinen Zugänglichkeit will das MAK den Anteil der online mit Bild publizierten Objekte weiter erhöhen.

3D-Modelle ermöglichen es, ein Objekt allseitig zu betrachten und mit verschiedenen Blickwinkeln und Zoomfaktoren zu untersuchen, ohne das Objekt physisch berühren zu müssen. Das schont das Original und lässt gleichzeitig die Untersuchung des Objekts von nahezu überall aus zu, was wiederum umweltschonend weite Anfahrten erspart. Objekte können digital in mehreren Ausstellungen, Kontexten und Auftritten zugleich gezeigt werden und erlauben einen niederschwelligen Zugang zu wertvollen Stücken unseres Kulturerbes; gleichzeitig wird dadurch auch die Neugier gesteigert, das Original – sofern ausgestellt – vor Ort im Museum sehen zu wollen.
Als Nächstes wollen wir diverse Sammlungshighlights scannen, uns ein Paradebett aus Schloss Hof und mehrere Kleidungsstücke vornehmen und in der Zeit weit zurückgehen und koptische (also spätantike) Fragmente digitalisieren.

6. Bildrechte
Das MAK setzt auf Transparenz und Zugänglichkeit. Schon jetzt bieten wir online auch Datensätze zur Forschung an, selbst wenn diese aus rechtlichen Gründen nicht mit Abbildungen gezeigt werden dürfen. Seit 2023 gehen wir dank einer Förderung des BMKÖS aktiv mit einer eigenen Stelle der Klärung von Bildrechten nach. Im Sinne der allgemeinen Zugänglichkeit will das MAK den Anteil der online mit Bild publizierten Objekte weiter erhöhen.