Sammlung Glas und Keramik

Kustode: Rainald Franz

Mit herausragenden Beständen vom Mittelalter bis zur Gegenwart zählt die MAK Sammlung Glas und Keramik zu den international bedeutendsten Sammlungen ihrer Art. Die ästhetisch und technisch beeindruckenden Erzeugnisse aus fragilen Materialien lassen die individuelle gestalterische Handschrift und den Zeitgeist der jeweiligen Epochen lebendig werden.
Um den österreichischen Gestalter*innen als Inspiration zu dienen, wurden mit Gründung des Museums herausragende Stücke der Glas- und Keramikkunst angekauft. Die mittlerweile enzyklopädische Sammlung umfasst alle Bereiche der Gestaltung in Glas und Ton: Hohlgefäße von der Antike bis ins 21. Jahrhundert, künstlerisch gestaltete Glasfenster, Spiegel, Lampen und Luster, Tafelaufsätze, Baukeramik, Kachelöfen, Figuren und Büsten. Der ursprünglich historischen Sammlung werden fortlaufend zeitgenössische Positionen hinzugefügt, womit ein diametraler Fokus auf die Geschichte und Gegenwart der Keramik- und Glaskunst entsteht.

Keramik

Die Keramiksammlung des MAK glänzt durch Highlights aus der gesamten Geschichte des Materials seit dem Mittelalter. Einen besonderen Schwerpunkt stellt die Wiener Porzellanproduktion des 18. Jahrhunderts dar: Das Porzellanzimmer aus dem Brünner Palais Dubsky (um 1740) vereint in einem einzigartig vollständigen Ensemble eine Inneneinrichtung mit über 3.000 Objekten frühester Wiener Keramik.

Das Prunkkabinett ist bis oben hin mit feinsten Schälchen, Fliesen und Figuren aus der zweitältesten westlichen Porzellanmanufaktur von Claudius Innocentius du Paquier ausgestaltet. Die österreichische Keramik des 20. und 21. Jahrhunderts mit Objekten von Entwerfer*innen der Wiener Werkstätte und der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten bilden einen weiteren Schwerpunkt. Herausragende künstlerische Positionen sind u. a. mit den architektonischen Keramikskulpturen von Franz Josef Altenburg oder Schalen von Lucie Rie vertreten.

Glas

Die Glassammlung umfasst Bestände aus den bedeutendsten europäischen Manufakturen. Herausragende venezianische Gläser vom 16. bis zum 18. Jahrhundert – darunter auch die Sammlung von Ferdinand von Tirol aus Schloss Ambras – gehören dem MAK, ebenso wie herausragende Produkte der schlesischen und böhmischen Hütten, sie sind durch gravierte, geschliffene und mit Schwarzlotmalerei versehene Gläser vertreten. Die Biedermeierzeit ist mitunter durch Gläser der berühmten Glasmaler Samuel Mohn und Anton Kothgasser in der Sammlung dokumentiert. Mit rund 3.000 Objekten nennt das MAK die größte museale Sammlung von Gläsern der 1823 in Wien gegründeten Glasmanufaktur J. & L. Lobmeyr sein Eigen. Die Beziehung zwischen dem MAK und der Firma Lobmeyr reicht bis zur Gründung des Museums zurück und ist ein Beispiel für die herausragende Rolle Österreichs in der modernen Glasgestaltung sowie auch für die wechselseitige Begünstigung zwischen Kunst und Industrie.