Zeit für Kost: Der gedeckte Tisch

Kulinarische Inszenierung und außergewöhnliches Design im Garten des MAK Geymüllerschlössels.

yMAK macht tabula rasa und präsentiert nach einem Open Call drei Projekte junger Künstler*innen, die die Tafel als zentrales Element mit den unterschiedlichsten Zugängen neuinterpretieren.

Am 5. Juli lädt yMAK im Ambiente des Geymüllerschlössels zu einem Rundgang durch den Schlossgarten, bei dem die drei Projekte Eat my Waves (acedia, OPHEO, 80:20), Über den Tischrand schauen (Briana Grupp) und Schwanengesang (Tim Morris Schiffer) im Rahmen von Performances, Soundinstallationen und einem Talk in Anwesenheit der Künstler*innen präsentiert werden.

So, 5.7.2026 12 20 Uhr
MAK Geymüllerschlössel

Alle drei Projekte gehen der Frage nach, wie gemeinschaftliche Räume neu gedacht werden können. Sie brechen mit konventionellen Ordnungen des gedeckten Tisches und fordern das Publikum auf, etablierte Esskultur zu hinterfragen.

yMAK Projekt-Team
Juri Oskar Eigel, Sophie Geyer, Nina Gstaltner, Victoria Halling, Ninon Hauswirth, Flora Neubert, Frieda Rief, Loris Riz, Nicole Schadensteiner, Gizem Sarkan, Stella Schweitzer, Charlotte Thieme

Programm im Garten des Geymüllerschlössel
5.7.2026, 12-20 Uhr 
 

12-20 Uhr 
Döner Veltliner verwöhnt uns am Grill mit Istanbuler Fisch-Dürüm – Gegrillter Gebirgssaibling von Oberwasserfisch, Granatapfel-Kebab-Salat & geröstetes Fladenbrot vom Brunnenmarkt und Gemüse-Dürüm mit Knollensellerie & Granatapfel-Kebab-Salat & geröstetes Fladenbrot vom Brunnenmarkt.

 

Ursprünglich direkt von den Fischerbooten in Karaköy verkauft und im Stehen am Ufer des Bosporus gegessen – Balık Ekmek & Dürüm ist eines der authentischsten Gerichte Istanbuls. Wir bringen es nach Wien, neu interpretiert mit lokalem Fisch, frisch von Oberwasserfisch und direkt vom rauchigen Grill.
 
Gast Winzer sind diesmal Lichtenberger Gonzales.


14 Uhr Sound Performance Endless Dripping Claws
Projekt Eat my Waves von Acedia, OPHEO, 80:20
Zu Beginn der Performance wird das erste Musikstück des Soundscapes von OPHEO eingeleitet. Es eröffnet einen niemals endenden, ambienten Klang-Kreislauf, der im Loop abgespielt wird. Durch seine Wiederholungen fungiert das Stück als begleitende Musik zur inszenierten Food Installation und lädt dazu ein, den geschaffenen Raum zu erhören und zu erleben.

15 Uhr Intervention Zuckersüße Verheißungen
Projekt Schwanengesang von Tim Morris Schiffer
Eine temporäre Intervention aus Zuckerwatte, Baiser und vergänglichen Ornamenten

16 Uhr Picknick Über den Tischrand schauen
mit Briana Grupp
Ein gemeinsames Picknick mit der Künstlerin lädt dazu ein die Arbeit bei köstlichen Gesprächen zu erleben

Ab 17 Uhr DJ Set by ISI
 


ZEIT FÜR KOST, hosted by Popchop, versteht den gedeckten Tisch als Bühne für zeitgemäße Esskultur, künstlerische Begegnung und Entschleunigung im einzigartigen Ambiente des historischen Architekturjuwels Geymüllerschlössel in Pötzleinsdorf. Zwischen Juni und Oktober entsteht so eine Serie von Events mit jeweils eigener Handschrift – verbunden durch eine gemeinsame Dramaturgie aus Raum, Food Culture und angewandter Kunst.


 

KÜNSTLERISCHE BEITRÄGE


Eat my Waves
acedia, OPHEO, 80:20
Als Hommage an den Great Pacific Garbage Patch (GPGP) – die größte von fünf Ansammlungszonen für Plastikmüll in den Weltmeeren – soll dieses essbare Werk als Erinnerung an die Auswirkungen unseres Handelns und unserer Produktionsweisen dienen. 

Der von acedia gestaltete Tisch bildet die Grundlage der Installation. Das Arrangement besteht aus transparenten Glaskuben und Tellern mit wellenförmiger Oberfläche, die den Ozean symbolisieren. Darauf befinden sich verschiedene essbare Plastikobjekte von 80:20, die die Besucher*innen dazu einladen, eine dystopische Zukunft unserer Nahrung sinnlich zu erleben und zu berühren. Der Soundkünstler OPHEO ergänzt die Installation mit einer eigens entwickelten Klanglandschaft. 

Die Arbeit lädt die Besucher*innen dazu ein, spielerisch über die Kreisläufe dessen nachzudenken, was wir konsumieren und schließlich wieder zu uns nehmen. Auf den ersten Blick wirkt das Arrangement wie ein Haufen Plastikmüll – tatsächlich ist es jedoch vollständig essbar. Würdet ihr es wagen, davon zu kosten und ein Stück einer möglichen Zukunft zu schmecken?
 
Schwanengesang
Tim Morris Schiffer
Schwanengesang versteht die Tafel nicht als statisches Möbelstück, sondern als performativen Raum, in dem sich Beziehungen, Rollen und Rituale fortlaufend neuformieren. Die Arbeit fragt danach, wie historische Formen des gemeinsamen Essens in gegenwärtige Vorstellungen von Gemeinschaft übersetzt werden können und wie sich durch spielerische, ornamentale und queere Verschiebungen alternative Formen des Zusammenkommens entwerfen lassen. Ausgangspunkt ist das historische Schwanenservice aus Meissen, ein aufwendig gestaltetes Tafelservice des 18. Jahrhunderts, das gesellschaftliche Ordnung, Repräsentation und die Inszenierung von Macht am gedeckten Tisch verkörperte.
 
Über den Tischrand schauen
Briana Grupp
Ausgehend von der Redewendung „über den Tellerrand schauen“ lädt diese Arbeit dazu ein, gewohnte Perspektiven zu verlassen und gemeinschaftliche Räume neu zu denken. Eine bestickte Tischdecke aus nachhaltigen Leinenstoffen erstreckt sich über die Kanten eines runden Tisches hinaus und fließt bis in den Garten. Auf ihr sind Teller, Besteck, Gläser und weitere Elemente einer gedeckten Tafel eingestickt, die mithilfe von Stoffresten und Ölfarbe zu Bestandteilen ihres Werkes werden. 

Die Tischdecke wird so selbst zum Ort der Begegnung. Anstelle einer klassischen Anordnung von Tisch und Stühlen entsteht ein offener Raum, in dem Besucher*innen direkt auf dem Stoff Platz nehmen können. Die Arbeit hebt bestehende Hierarchien und räumliche Grenzen auf und lädt dazu ein, miteinander in Kontakt zu treten. Indem sich die Tafel über ihre gewohnte Form hinaus ausdehnt, verwandelt sie sich in einen beweglichen sozialen Raum, der Gemeinschaft, Austausch und neue Perspektiven ermöglicht. 
 


 

PRAKTISCHE INFOS 


Findet nur bei Schönwetter statt.
Eintritt: € 8.50 online / € 9.50 vor Ort

MAK Geymüllerschlössel
Pötzleinsdorfer Str. 102, 1180 Wien
Führung durch das Schlössel: 14.30 Uhr
Das Schlössel kann bis 18 Uhr besucht werden. 

Mitnahme von Tieren: Assistenzhunde dürfen gerne mit ins MAK Geymüllerschlössel und in den Garten genommen werden, ansonsten müssen Tiere leider draußen bleiben.