Sammlung Metall und Wiener Werkstätte Archiv
Kustodin: Anne-Katrin Rossberg
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Etwa 12.000 Objekte umfasst die MAK Sammlung Metall. Die meisten Gegenstände sind historisch und wurden im europäischen Kulturraum hergestellt, dazu zählen Werkzeuge aus dem Mittelalter genauso wie kostbarer Renaissanceschmuck, Messinstrumente, Biedermeieruhren sowie Wiener Silber des 19. und 20. Jahrhunderts.
Sammlung Figdor, Tafelkultur und Wiener Werkstätte
Die erwähnte Amputationssäge gehört zu etwa 1.000 Metallarbeiten, die aus der Sammlung des Wiener Bankiers Albert Figdor stammen und 1935 ins Museum gelangten. Einen reichen Bestand stellen die Gegenstände dar, die zur Tafelkultur gehören, sie spiegeln den Zeitgeist der jeweiligen Epochen wider. So kamen im 17. Jahrhundert Getränke wie Tee, Kaffee und Schokolade in Mode, für die man neuartige Gefäßtypen entwickelte. Ein Highlight der Sammlung ist das vergoldete Reiseservice des Herzogs von Reichstadt, das mit Kakaokanne und Zuckerschale, aber auch mit Nachttopf und Klistierspritze für das leibliche Wohl des Besitzers sorgte. Weitere – buchstäbliche – Glanzpunkte sind die Metallobjekte der Wiener Werkstätte nach Entwürfen ihrer Gründer Josef Hoffmann und Koloman Moser sowie von Dagobert Peche.Renaissance-Schmuck, Eisenkunstguss und Autor*innenschmuck
Von besonderer Bedeutung ist auch der sogenannte Haller Schmuck aus dem späten 16. Jahrhundert. Einst Gewandschmuck auf einem Brautkleid, wurde er später als Dekor für religiöse Gegenstände verwendet. Daneben gibt es Schmuck aus Eisenkunstguss, einer Spezialität des 19. Jahrhunderts. Die schwarzen Objekte aus minderem Material gewannen erst durch die künstlerische Umsetzung an Wert. Wesentliche Bestände wurden dem Museum von Bertha Pappenheim geschenkt, einer wichtigen Sammlerin, Mäzenin und Frauenrechtlerin. Der sogenannte Autor*innenschmuck führt die Sammlung in die Gegenwart. Die radikale Veränderung von Schmuck in Österreich ab den 1960er Jahren spiegelt sich in den Arbeiten von Künstler*innen wie Peter Skubic, Anna Heindl, Fritz Maierhofer oder Susanne Hammer.Wiener-Werkstätte-Archiv
1955 wurde dem MAK das Wiener-Werkstätte-Archiv geschenkt. Es besteht aus etwa 16.000 Entwurfszeichnungen, rund 20.000 Stoffmustern sowie Plakaten, Postkarten, Modellbüchern, Fotoalben und Geschäftskorrespondenz. Das Material war Basis umfassender MAK Ausstellungen, etwa über Koloman Moser, Josef Hoffmann oder die Künstlerinnen der Wiener Werkstätte.Medien
Koloman Moser, Serviertasse, 1904, Ausführung: Wiener Werkstätte (Alfred Mayer), Silber getrieben, Elfenbein, Lapislazuli, GO 2007 © MAK
Josef Hoffmann, Maiskolbenhalter, 1906, Ausführung: Wiener Werkstätte, Alpaka, versilbert, GO 1988-29 © MAK
Thomas Jeckyll, Gittertor mit Torpfeilern, um 1867, Ausführung: Barnard, Bishop & Barnards, Norwich, um 1867, Eisen, geschmiedet, EI 697 © MAK
Amputationssäge, 2. Hälfte 16. Jahrhundert, Ausführung: Unbekannt, deutschsprachiger Raum, Eisen, Holz, Bronze geätzt, F 1033 © MAK
Amputationssäge, 2. Hälfte 16. Jahrhundert, Ausführung: Unbekannt, deutschsprachiger Raum, Eisen, Holz, Bronze geätzt, F 1033 © MAK
Martin Guillaume Biennais, Teile aus dem Reiseservice des Herzogs von Reichstadt, Paris 1811, Silber vergoldet, Ebenholz, Bein, Elfenbein, GO 1214 © MAK
Josef Hoffmann, Teeservice, 1903, Ausführung: Wiener Werkstätte (Konrad Koch), Silber getrieben, gehämmert, Holz, Ebenholz, Koralle, GO 2005 © MAK
Dagobert Peche, Ehrengabe der Wiener Werkstätte zu Josef Hoffmanns 50. Geburtstag, 1920, Ausführung: Wiener Werkstätte, Silber getrieben, Holz, Stoff, Glas, GO 1788 © MAK
Haller Schmuck: Rosette, 4. Viertel 16. Jahrhundert, Ausführung: Unbekannt, Cluj-Napoca / Klausenburg / Kolozsvár, Gold, Kupferdraht, Email, Perle. BJ 954-3 © MAK
Fächer, 2. Hälfte 19. Jahrhundert, Ausführung: Gräflich-Stolberg-Werningerodesche Eisengießerei, Ilsenburg, Eisenkunstguss, EI 1016 © MAK
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