Sammlung Design

Kustodin: Marlies Wirth

Die erst 2005 angelegte Sammlung steht für das facettenreiche Spektrum des zeitgenössischen Designschaffens und basiert auf einem erweiterten Designbegriff mit Fokus auf Gesellschaft, Ökologie und Technologie. Die Sammlung umfasst Objekte und Designstrategien vom industriellen Serienprodukt über handgefertigte Prototypen bis hin zu Social-Design-Prozessen und Gestaltung mit digitalen Technologien.

Erweiterter Designbegriff

Design verändert die vorgefundene Welt und ist ein elementares Werkzeug für die Gestaltung von Umwelt und Gesellschaft. Es kann genutzt werden, um die menschlichen Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten zu erweitern und gemeinsam alternative Zukunftsideen zu entwickeln. Ausgehend von einem erweiterten, sozial und ökologisch engagierten Designansatz, der analoge und digitale Techniken gleichermaßen einschließt, erscheinen die Objekte dieser Sammlung vielschichtiger und umfassender als dies zunächst mit einer Designsammlung assoziiert wird. Sie initiieren systemische Denk- und Veränderungsprozesse sowie der Nachhaltigkeit verpflichtete Produktions- und Konsumgewohnheiten. Als Schlüsselobjekte der Sammlung dienen dabei solche, die ihre Zugehörigkeit zu einer Designsammlung gleichermaßen hinterfragen. Manchmal gar nicht als physisches Objekt greifbar, kokettieren sie mit den historisch etablierten Sammlungsbereichen oder eröffnen ob ihrer scheinbaren Ferne zu Design ganz neue Sichtweisen.
 

Demokratie und Gesellschaft

Wie gestalten wir unser Zusammenleben? Wie können Wohnen, Arbeit, Freizeit, aber auch etwa die Idee von Eigentum oder Identität durch Design gedacht werden? In der Sammlung Design sind Objekte und Konzepte vertreten, die sich den sozial-politischen und ökonomischen Fragen der Gegenwart widmen. Sie sind oft interdisziplinär, partizipatorisch und konzeptuell.
 

Technologie und Ökologie

Die Sammlung umfasst Positionen aus den Bereichen Produktdesign, Speculative Design, Social Design, Generative Design, Inclusive Design und Circular Design und vermittelt die Idee einer More-than-human-Perspektive auf Gestaltung. Dabei werden ökologisch motivierte Zukunftsperspektiven erkundet, die teils neueste Technologien einsetzen, um zirkulär und ressourcensparend zu produzieren; darunter aus ungewöhnlichen Materialien gefertigte Alltagsgegenstände, Projekte, die sich mit Reparierbarkeit, nachwachsenden Materialien oder Abfall als Ressource befassen und damit eine Neubewertung von Biodiversität – darunter Mikroorganismen und Bakterien – vornehmen. 
 

Digitale Kultur

Das MAK hat eine lange Geschichte der pionierhaften Beschäftigung mit neuen Technologien, die sich seit den 1990er Jahren in diversen Ausstellungs- und Forschungsprojekten entwickelt hat. Seit 2016 befasst sich die Sammlung Design schwerpunktmäßig mit dem Thema „Digitale Kultur“, wobei digitale Technologien als zeitgenössische Ausdrucksformen für ein verändertes Kulturverständnis betrachtet werden. Der Fokus liegt auf Designstrategien und Projekten, die sich kritisch mit den der Technologie zugrundeliegenden Daten und Ressourcen beschäftigen. Die Sammlung umfasst auch Augmented-Reality- und Virtual-Reality-Erlebnisse, Born-Digital-Projekte sowie KI-generierte Projekte.